27.12.2015 14:58
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Aldi
Discounter wehrt sich gegen «Rufschädigung»
Aldi Suisse stossen Aussagen von IP-Suisse-Präsident Andreas Stalder sauer auf. Diese entbehrten jeglicher Grundlage.

Die Aldi Suisse AG reagiert mit einer  Stellungnahme auf die Aussagen von Andreas Stalder, Präsident der IP-Suisse, an der Delegiertenversammlung der IP-Suisse (vgl. «Schweizer Bauer» vom 5. Dezember). Die Meldung ist überschrieben mit: «Discounter wehrt sich gegen Rufschädigung» und «Kopfschütteln über Frontalangriff des IP-Suisse-Präsidenten gegen Aldi Suisse». Stalder habe sich anlässlich einer Delegiertenversammlung gegen eine Zusammenarbeit mit dem Schweizer Discounter angesprochen. Man sei zum Glück nicht auf Aldi angewiesen, IPS-Produkte in Aldi und Lidl wären nicht sehr schlau angesichts der Qualitätsstrategie, die man verfolge, so Stalder dort. «Diese Unterstellung entbehrt jeglicher Grundlage», hält Aldi nun entgegen. 

«Ein Affront ist das»

Die Äusserungen des IP-Suisse-Präsidenten stünden im direkten Widerspruch, sich für die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte einzusetzen. Die Unterstellung, Schweizer Landwirtschaftsprodukte, die bei Aldi Suisse angeboten würden, seien minderer Qualität, sei ein Affront gegenüber den Schweizer Bauern, die nachweislich nach IP-Standards produzieren und Aldi Suisse beliefern. Der IP-Suisse-Präsident negiere die Tatsache, dass Aldi Suisse seit über zehn Jahren eine auf die Schweizer Bedürfnisse abgestimmte Sortiments- und Einkaufspolitik betreibe.

Seit der Einführung der Labels «Nature Suisse» und «Nature Suisse Bio» habe der Discounter das Sortiment an Schweizer Qualitätsprodukten stetig ausgebaut. Das Label-Ranking der Stiftung Pusch würdige das Engagement für die Schweizer Landwirtschaft, das Label «Nature Suisse» werde gleich gut bewertet wie das Label IP-Suisse. Die unter dem Label  «Nature Suisse» angebotenen  Artikel entsprächen ja auch in allen Kategorien den IP-Produkten.

«Wie Marktabschottung»

Die Verweigerungshaltung der IP-Suisse zur Zusammenarbeit mit Aldi  erinnere an Marktabschottung. Diese sei wettbewerbsverzerrend und nicht im Interesse der Schweizer Landwirtschaft. Dann zeigt sich, was Aldi besonders stört: «Die vom IP-Suisse-Präsidenten angekündigte mögliche Zusammenarbeit mit der Migros-Tochter Denner dokumentiert auf absurde Weise, dass der Verein IP-Suisse mit unterschiedlichen Aufnahmekriterien bei Discountern arbeitet.» Aldi Suisse spart in der Mitteilung nicht mit Eigenlob: «In Angebotsvielfalt, Produktqualität und Preisgestaltung scheut Aldi Suisse keinen Vergleich mit Mitbewerbern.»  Das Ende der Mitteilung tönt versöhnlich: «Aldi Suisse signalisiert  trotz der fragwürdigen Abwehrhaltung weiterhin Bereitschaft für konstruktive und positive Gespräche mit IP-Suisse».

Das sagt Stalder

Auf Anfrage erklärt Andreas Stalder, Präsident der IP-Suisse: «Es ist positiv, wenn sich Aldi in der Schweiz anders verhält, als mir meine Bauernkollegen aus Deutschland berichtet haben. Es ist gut, wenn die Aldi Suisse AG daraus lernt und es hierzulande besser macht.» Zu gegebener Zeit könne man vielleicht miteinander ins Geschäft kommen. Die Türe sei nicht zu, betont Stalder.

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