1.05.2017 10:22
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Aargau
Ein ganz besonderer Hof
Ein junges Trio lebt seinem Traum der Selbstversorgung nach und steht dabei in engem Austausch mit den Konsumenten. Der «Gmüeser» hat seit eineinhalb Jahren einen Betrieb gepachtet

Quereinsteiger in die Landwirtschaft sind sie alle drei: Thomas Urech, Dominik Bisang und Martina Räber vom «Gmüeser». Umso motivierter sind sie, Lebensmittel selbst anzubauen, selbst zu verarbeiten und selbst zu vermarkten, mit umso grösserer Leidenschaft sind sie bei der Sache.

Seit 2012

In Hallwil AG können sie ihren Traum verwirklichen, seit 2012 auf einem 30-Aren-Gemüsefeld mit 20 Gemüse-Abonnenten, seit Anfang 2016 in grösserem Umfang auf einem gepachteten Betrieb. Ihr Werdegang hilft ihnen dabei, an diejenigen Bevölkerungskreise zu gelangen, denen regional produzierte Lebensmittel viel wert sind.

Urech und Bisang gingen zusammen in die Kantonsschule Sursee und studierten in Bern beide Ökologie und Ethnologie. An der Uni lernten sich Thomas Urech und Germanistikstudentin Martina Räber kennen und lieben. Landwirtschaftsluft schnupperte Urech, als er im Gemüsegarten des Humanushauses in Rubigen BE arbeitete. Er hat mittlerweile den Nebenerwerbslandwirtschaftskurs absolviert und ist für die Mutterkühe und das Gemüse zuständig. 

Schon 60 Gemüse-Abos 

Bisangs besonderes Interesse gilt den Beeren und dem Wildobst. Zu Letzterem ist zusammen mit der Stiftung Klas eine 1 Hektare grosse Erwerbskulturenanlage im Aufbau. Bisang arbeitet  in einem Pensum von 40% in Zürich im Bereich Arbeitsintegration. Räber arbeitet 80% in Bern in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für einen Verlag.

Beim «Gmüeser» ist sie die Spezialistin für die Produkteverarbeitung (sie macht u.a. ein gelbes Ketchup) und für die Betreuung von Blog, Newsletter und  Social Media. Am Anfang standen die Gemüseabos (z.B. 30 Lieferungen für ein bis zwei Personen à 600 Franken, ohne dass Mitarbeit nötig ist), deren Zahl mittlerweile auf rund 60 angewachsen ist.

Freude an der Vielfalt

Nun führen die drei auch rund 60 Baumpatenschaften und 20 Hühnerpatenschaften (Eier, Bruderhahn, Suppenhuhn). Auch das Rindfleisch der ersten drei geschlachteten Tiere konnten sie innerhalb dieses Kundenkreises direkt vermarkten, die Rückmeldungen waren positiv. Wichtig ist dem Trio eine grosse Diversität. «Viele verschiedene Gemüse machen die Arbeit auf dem Hof erst so richtig interessant», betont etwa Urech – mit leuchtenden Augen. 

Betriebsspiegel

Thomas Urech hat den 15-ha-Betrieb in Hallwil AG gepachtet. Er ist der Betriebsleiter, die Gründungspartner Dominik Bisang und Martina Räber sind heute bei ihm angestellt. 40 a Gemüse, 50 a Beeren und Wildobst, 100 Obstbäume, 4 ha Ackerbau (wegen Umstellungsphase auf Knospe-Bio vorwiegend Futtergetreide). 9 Mutterkühe (Rätisches Grauvieh), saisonal 1 Stier, 25 Hühner, 1 Hahn. Fast alle Produkte werden direktvermarktet. www.gmüeser.ch 

 

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