11.07.2018 07:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
St. Gallen
Ein Lager für 57000 Käselaibe
Erfolg und Zuversicht prägen die Bütschwil Käse AG in Bütschwil. Das spiegelt sich nicht zuletzt im neuen Käselager, in dem 57000 Käselaibe gelagert und mit moderner Technik behandelt werden können.

«Güntensperger – Schweizer Qualitätskäse», dieser Slogan am Käselager in Bütschwil ist Programm. Nur mit dieser Einstellung war es für die Brüder Reto und Marcel Güntensperger sowie ihren Cousin Roman Egli möglich, ein neues Käselager für 57000 Käselaibe zu erstellen. Darin kommt moderne Technik zum Einsatz. Zwei Schmierroboter übernehmen die Pflege der Käse.

Eine aufwendige Anlage sorgt in den fünf getrennten Räumen für unterschiedliche Klimas und die Vermeidung von Restfeuchtigkeit. Die Wärme-/Kälteanlage ist zuständig dafür, dass möglichst wenig Energie zugeführt werden muss. «Seit Anfang Mai läuft der Betrieb rund», sagt der Geschäftsführer und Käsermeister Reto Güntensperger. «Dazu benötigen wir von der Käserei über den Transport bis zur Konfektionierung 21 Personen.»

Stark gewachsen

Der Grund für den Neubau ist vor allem im Erfolg dieser Käserei zu suchen. «In den vergangenen Jahren merkten wir immer wieder, dass die Konsumenten unsere Käse schätzen», erzählt Güntensperger. «Das hatte zur Folge, dass wir stark wuchsen. In unserer Käserei in Bütschwil hatten wir aber nur Platz für 17000 Laibe Käse. Viele Käse mussten wir in auswärtige Käselager geben.»

Also stand der Entscheid an, zurückzufahren oder kräftig zu investieren. Letzteres entsprach viel eher der Philosophie der drei engagierten Geschäftsleute. «Die Erfahrung zeigte uns, dass wir in der Vergangenheit einiges richtig gemacht haben. Darauf wollen wir weiter aufbauen.» Das dürfte auch ihre Ahnen freuen, denn der Ursprungsbetrieb steht in Mettlen in Müselbach. Dieser wurde 1868 erstmals erwähnt, ist immer noch in Betrieb.

Export selber aufgebaut

Die Bütschwil Käse AG verarbeitet pro Jahr rund 10 Millionen Kilo Milch. Diese stammt zu 100 Prozent von 72 Kuh- und fünf Ziegenmilchbauern im Toggenburg und ergibt rund 900 Tonnen Käse. Die Milch sammelt die Käserei mit Lastwagen selber ein und stellt damit zu einem Teil Appenzeller Käse her. Viele Eigenmarken mit klingenden Namen wie «Gwitterchäs», «Roter Teufel», «Swiss Lady», «Ziegenkönig» usw. gehören aber ebenso zum Sortiment.

«Einige unserer zwölf Käse sind sechs bis zehn Monate alt, sind also recht rezent», erklärt Güntensperger. «Sie sind die Grundlage unseres Erfolgs.» Er erwähnt zudem die Authentizität der Firma, die persönliche Betreuung, die Verbundenheit mit der Region und den Produkten. Diese finden in der Schweiz ihre Abnehmer. Aber auch im Ausland sind sie beliebt. «Wir haben unseren Export in den vergangenen fünf Jahren selber aufgebaut. Da gehört es dazu, dass wir viel Lehrgeld bezahlen mussten.» Unterdessen exportiert die Firma über 50 Prozent ihrer Produktion.

Neue Käse entwickeln

Die Weichen für die Zukunft sind also gestellt. Denn nicht nur das Käselager eröffnet neue Perspektiven. Auch personell ist die Firma neu aufgestellt. Vor drei Jahren trat Roman Egli in die Firma seines Cousins ein und kümmert sich um den Verkauf. Marcel Güntensperger kam kürzlich dazu, weil er als gelernter Maschinenbautechniker die ideale Besetzung für die Betreuung der Technik ist.

An Reto Güntensperger liegt es, auch für die Zukunft erfolgreiche Käse zu entwickeln. «Schon bald marktreif ist der ‹Mia Patria›, ein Käse, der einen Naturschimmel entwickelt», sagt er. «Er bekommt auf die Rinde eine spezielle Prägung.» Weitere Spezialitäten werden folgen. So ist für die drei klar: «Unsere Firma fordert uns heraus. Aber wir sind zufrieden und haben grosse Freude an unserer Arbeit.»

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