31.05.2014 07:52
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
AP 2017
«Einkommen können mit AP steigen»
Das Berggebiet gehört zu den Gewinnern der Agrarpolitik 14-17. Laut einer Studie von Vision Landwirtschaft stimmt das nur bedingt. Talbetriebe können durch Anpassung ebenfalls bessere Einkommen erzielen.

In einer nicht repräsentativen Untersuchung stellte sich die Denkwerkstatt Vision Landwirtschaft (VL) die Frage, ob sich die Landwirtschaft nach der Reform in Richtung Verfassungsziele entwickelt und ob sie nun nachhaltiger und kostengünstiger produziert. Dazu analysierte VL 13 Betriebe aus verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichen Produktionszweigen.

12'000 Franken mehr

«Wir wurden auf Sachen aufmerksam gemacht, welchen wir uns gar nicht bewusst waren», sagt Paul Ryhner, der einer der 13 untersuchten Betriebe leitet. Der Hof im glarnischen Elm sei auf Produktion ausgerichtet, erklärt Rhyner weiter (vgl. Kasten). Durch die Beratung der VL konnte er nun sein Einkommen steigern, ohne die Produktion zu drosseln. Unter dem Strich ist es laut VL möglich, dass Rhyner 2014 rund 2000 Fr. mehr verdient. VL wies darauf hin, dass der Übergangsbeitrag mit der Zeit sinken werde.

Auch der Betrieb von Familie Siegenthaler oberhalb des Dorfes Engi GL profitiert von der neuen Agrarpolitik. André und Salome Siegenthaler halten Dexter-Mutterkühe, Ziegen und Islandpferde. Der Betrieb umfasst 13ha LN und liegt in der Bergzone III. Durch die Agrarreform und die Beratung durch VL war es möglich, das Einkommen der Familie Siegenthaler um satte 12'000 Fr. zu steigern. Diese Verbesserung setzt sich zum einen aus den neuen Steillagen- und Landschaftsqualitätsbeiträgen zusammen. Zum anderen wurden Biodiversitätsförderflächen optimiert. Dass die beiden Betriebe in der Bergzone von der AP profitieren, ist typisch.

Bergbetriebe gewinnen

Aus den von VL gesammelten Daten geht hervor, dass  die höheren Bergzonen zu den Gewinnern der neuen AP zählen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Verbesserung des Einkommens nicht nur auf Massnahmen der neuen AP zurückgeführt werden kann. Ein Teil der höheren Beiträge ist wohl auch als Ergebnis kompetenter Beratung zu werten und habe damit nichts mit der neuen AP zu tun, sondern stelle einen reinen Optimierungseffekt dar.

Gemäss den erhobenen Daten können aber auch Talbetriebe höhere Einkommen erwirtschaften. Diese müssten allerdings vermehrt auf die neuen Instrumente der AP 14−17 umstellen. «In der Talzone bestehen mit dem Ackerbau, dem Obstbau oder weiteren Spezialkulturen zahlreiche Reaktionsmöglichkeiten», schreibt VL. Schwieriger hätten es Betriebe, welche in der Hügel- oder Bergzone I liegen. Diese Betriebe produzierten häufig auf der Basis zugekaufter Futtermittel, was die Nährstoffbilanz belaste und die Handlungsspielräume bezüglich der Leistungsprogramme der AP reduziere.

Kein Widerspruch

Unabhängig von der Zone ist es von zentraler Bedeutung, dass sich Betriebe an das neue System anpassen. Vision Landwirtschaft rechnet vor, dass die 13 Betriebe ohne Veränderung bis 12% der Direktzahlungen verlieren würden. Durch die Beratung der VL sinkt dieser Verlust auf 6%.

Die Produktion geht laut Studie da zurück, wo der Tierbestand die eigene Futterbasis übersteigt. Das könne durch höhere Direktzahlungen und geringere Kosten kompensiert werden. Die Nahrungsmittelproduktion unter Einbezug der eingesetzten Futtermittel und der Fremdenergie, bleibe sich insgesamt gleich. Dies zeige, dass Ökologie und Produktion keine Widersprüche seien.

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