18.11.2015 15:00
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Käse
Emmentaler: Delegierte wollen allgemeinverbindliche Mengensteuerung
Die Delegierten von Emmentaler Switzerland haben an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung von Mittwoch klar dafür gestimmt, dem Bundesrat ein Gesuch um eine allgemeinverbindliche Mengensteuerung zu stellen.

Gleich zu Beginn der Versammlung appellierte ES-Präsident Heinz Wälti an die Anwesenden, geschlossen aufzutreten. Natürlich verursache die Währungssituation Probleme und gerade auf den Auslands-Hauptmärkten Deutschland und Italien habe man Schwierigkeiten, voran zu kommen. „Wir müssen viele Konsumenten im In- und Ausland von unserer guten Qualität überzeugen“, so Wälti. Er wehre sich verbissen dagegen, dass Emmentaler verschleudert werde. „Das wäre ein Schritt rückwärts“, so Wälti.

Mengensteuerung nicht unumstritten

An der DV standen wichtige Geschäfte an, so ein Antrag, dem Bundesrat erneut ein Gesuch um eine allgemeinverbindliche Mengensteuerung zu stellen. Diese war Ende Juni ausgelaufen und wurde seither privatrechtlich weitergeführt. Mit der Allgemeinverbindlichkeit soll erreicht werden, dass auch Emmentaler-Käsereien ausserhalb der Sortenorganisation sich an die Mengensteuerung halten müssen. ES-Vorstandsmitglied und SMP-Direktor Kurt Nüesch hoffte auf Einstimmigkeit, das Geschäft war aber nicht ganz unbestritten.

„Die Bilanz der Jahre mit Mengensteuerung fällt katastrophal aus“, sagte Käsehändler Peter Bürki. Man habe innerhalb von 3 Jahren 8'000 Tonnen Produktion verloren, gleichzeitig lägen die Einschränkungen mittlerweile bei 50 Prozent. Mit der Mengensteuerung versuche man, die verkrusteten Strukturen aufrecht zu erhalten.

Auf Premiumstrategie setzen

Heinz Wälti widersprach dem heftig. Die Strukturen seien massiv bereinigt worden. Zudem hätten insbesondere Schwemmen von billigem Käse aus dem Ausland für die Probleme gesorgt und nicht die Strategie von ES. Man müsste auf eine Premiumstrategie setzen, den Käse billig zu verkaufen, bringe nichts.

Schliesslich wurde der Antrag deutlich angenommen. Kurt Nüesch betonte aber, dass die Annahme des Antrags noch nicht bedeute, dass die Allgemeinverbindlichkeit tatsächlich erteilt werde. Dazu müsse man auch noch den Bund überzeugen.

Abpacken im Ursprungsgebiet nicht Pflicht

Weiter wurde darüber abgestimmt, den laufenden Antrag zum Abpacken im Ursprungsgebiet zurückzuziehen. Gegen diesen waren 10 Einsprachen eingegangen. Die Voten dazu waren geteilt. Ein Teil argumentierte, dass zu einer Premiumstrategie auch Abpacken in der Schweiz gehöre. Präsident Wälti entgegnete, man packe nicht einfach irgendwo ab, sondern wähle die Orten sorgfältig aus. Das Argument schien zu überzeugen, Gegenstimmen gab es nur wenige.

Zudem standen Änderungen im Reglement an, so unter anderem zu einem neuen Bonus-/Malus-System sowie zum Abrechnungsmodus und zur Übertragung von Referenzmengen. Aus der Versammlung wurde in einer Wortmeldung bemängelt, dass die Neuerungen nicht weit genug gingen und das Resultat deshalb enttäuschend sei. Dennoch wurden die Änderungen deutlich mit nur wenigen Gegenstimmen angenommen.

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