2.07.2019 16:03
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Käsemarkt
Emmentaler schliesst Milchgold aus
Die Delegierten von Emmentaler Switzerland haben am Dienstag den Rekurs der Milchgold AG gegen den Ausschluss abgelehnt. Dem Freiämter Unternehmen wird eine grobe Verletzung des Pflichtenhefts vorgeworfen. Milchgold bleibt noch der zivilrechtliche Weg.

Zwischen 2016 und 2017 wurde die Milch für die Verarbeitung zu Emmentaler nicht täglich, sondern nur alle zwei Tage gesammelt. Die wurde bei einer unangemeldeten Kontrolle im Februar 2018 festgestellt.

«Schwerwiegenden Nichtkonformität»

Dies ist gemäss Reglement eine grobe Verletzung des Pflichtenhefts für Emmentaler AOP. Durch die unabhängige Kontrollstelle wurde die Milchgold Käse AG aufgrund einer sogenannten «schwerwiegenden Nichtkonformität» sanktioniert, was eine Deklassierung ihrer Dezemberkäse 2017 zur Folge hatte.

Zudem wurde der Verarbeiter wegen der Verletzung des Reglements für die Jahre 2016 und 2017 im September 2018 mit einer Konventionalstrafe und der Abschöpfung des finanziellen Vorteils sanktioniert. Dieses Verfahren ist noch hängig, da Milchgold die Strafe zivilrechtlich angefochten hat.

Bereits 2012

Milchgold hat gemäss Mitteilung von Emmentaler Switzerland ist noch ein weiteres Verfahren hängig. Bereits von 2012 bis 2015 wurde das Pflichtenheft verletzt. Im Rahmen des Strafverfahrens gegen die Milchgold Käse AG hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau ermittelt, dass das Pflichtenheft durch die Milchgold Käse AG bereits seit 1. Januar 2012 regelmässig verletzt worden war (Sammlung und Verarbeitung von zweitägiger Milch).

Auch diese Verfehlung von Anfang 2012 bis Ende 2015 im April 2019 wurde von der Sortenorganisation mit einer Konventionalstrafe und der Abschöpfung des finanziellen Vorteils sanktioniert. Auch dieses Verfahren ist noch hängig.

Bewusste Irreführung

Für Emmentaler Switzerland war diese Vorfälle genug. «Der Vorstand hat aufgrund des Schweregrades und der Zeitdauer der Verfehlung sowie der bewussten Irreführung durch die Geschäftsführung der Milchgold Käse AG den Ausschluss aus dem Verein Emmentaler Switzerland beschlossen», heisst es in der Mitteilung. Gegen diesen Beschluss hat der Verarbeiter Rekurs eingereicht.

Diesen Rekurs haben die Delegierten von Emmentaler Switzerland abgelehnt. Der Ausschluss ist nun bestätigt. Milchgold hat nun noch die Möglichkeit, den Entscheid zivilrechtlich anzufechten. 

Verkäsungszulage zurückbezahlt

Bereits abgeschlossen ist laut dem Zofinger Tagblatt aber das Verwaltungsverfahren des Bundesamts für Landwirtschaft. «Dieses ergab, dass die Milchgold Käse AG zu Unrecht 1,1 Millionen Franken Verkäsungszulage bezogen hatte. Die Milchgold Käse AG musste die zu Unrecht bezogenen Gelder zurückzahlen und ausserdem eine Busse von 8000 Franken begleichen», schrieb die Zeitung.

Ins Rollen gebracht hat den Fall Milchlieferant Markus Ottiger, der entdeckt hat, dass in der Datenbank Milch bei ihm mehr Milch vermerkt war als auf seinen Milchgeldabrechnungen. Ottiger habe zusammen mit vier weiteren Lieferanten den Geschäftsführer der Milchgold Käse AG, Melk Schürmann, angezeigt. 

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