22.01.2018 14:26
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Milchmarkt
Emmi statt Mooh
Im November haben die Delegierten der Biomilchpool GmbH beschlossen, dass ihre bisher gehandelte Biomilchmenge – rund 50 Mio. kg jährlich – ab 1. April 2018 durch die Mooh-Genossenschaft unter der Marke Suisse Biomilch vermarktet werden soll. Der Biomilchpool wird aufgelöst. So lautete der Plan

Doch nun haben die Berner Biomilchproduzenten den Plan einer Markt beherrschenden Vermarktungsorganisation im Bereich Biomilch teilweise zunichte gemacht. An ihrer ausserordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwoch in Münsingen BE beschlossen sie mit 114 Stimmen und 1 Enthaltung, nicht zu Mooh zu wechseln.

Stattdessen werden sie ihre jährlich rund 17 Mio. kg Milch direkt an Emmi liefern. «Emmi hat sich in der Vergangenheit als fairer Marktpartner im Biomilchsektor erwiesen», begründet Bendicht Glauser, Präsident der Berner Biomilchgesellschaft, den Entscheid. Man wolle die Chance nutzen als Direktlieferant vom besseren  Angebot zu profitieren.

Mooh bedauert diese Entscheidung, wie sie auf Anfrage erklärt. Aber die Grundidee der Mooh, nämlich die Zusammenlegung der Kräfte der Milchproduzenten, sei dadurch nicht grundsätzlich infrage gestellt. Von den anderen Mitgliedorganisationen des Biomilchpools (IG Biomilch, Verein Bio Ostschweiz und Bioring Appenzellerland), habe man bis jetzt eine sehr hohe Zustimmung zum  neuen Modell erfahren. Bio Grischun tagt diese Woche.  

Mooh ist aus der Zusammenführung des Milchhandelsgeschäfts der MIBA-Genossenschaft und der Nordostmilch AG entstanden und wurde dadurch zur neuen Nummer 1 im Schweizer Milchhandel.

Die seit dem 1. Juli 2016 operativ tätige Mooh vermarktet aktuell rund 530 Millionen Kilo Milch von 3'800 Mitgliedern aus 17 Kantonen, vornehmlich aus der Nordwest- und Nordostschweiz. Auf den 1. Januar 2018 will die Genossenschaft mit Sitz in Zürich die Vermarktung der Industriemilch der Prolait übernehmen. Durch die Übernahme der Industriemilch Westschweizer Genossenschaft kommen weitere 75 Millionen Kilo und 400 Genossenschafter hinzu. 

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