12.01.2016 11:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Energie: Hohes Sparpotenzial in Gebäuden
Bei der Heizung, Lüftung und Beleuchtung von Häusern könnte viel Energie gespart werden. Laut einer Studie lässt sich der Energiebedarf der Gebäude bis 2050 mit den heute vorhandenen Instrumenten um einen Viertel reduzieren. Doch möglich wäre noch mehr.

Die vom Bundesamt für Energie (BFE) am Dienstag veröffentlichte Studie zeigt zwei mögliche Szenarien auf: das Szenario «Weiter wie bisher» und ein Effizienzszenario, bei dem zusätzliche Anreize und Anforderungen gesetzt werden, um bei den Gebäuden Energie zu sparen.

Reduktion um 23 Prozent möglich

Bereits im Szenario «Weiter wie bisher» könne eine Trendwende herbeigeführt werden, heisst es in der Studie. Obwohl wegen des Bevölkerungs- und Beschäftigtenwachstums 2050 mehr Gebäude in der Schweiz stehen dürften, lasse sich der Energiebedarf mit den derzeit vorhandenen Instrumenten um 23 Prozent reduzieren. Die Treibhausgasemissionen sinken in diesem Szenario um 38 Prozent.

Ein Blick auf das Effizienzszenario zeigt aber, dass noch viel Sparpotenzial brachliegt. Werden weitere Effizienzmassnahmen umgesetzt, könnte zusätzlich 15 Prozent Energie gespart werden. Die Treibhausgas-Emissionen würden um weitere 40 Prozent sinken.

Stromfresser Heizung

Um dieses Sparpotenzial auszuschöpfen, müssten die Gebäudebranche, Bauherren sowie die Gebäudeeigentümer und -betreiber bei jedem Projekt noch gezielter auf hohe Effizienz und erneuerbare Energien setzen, schreibt das BFE. Dies gelte es von der Planung über den Bau, die Installation bis zum Betrieb der Gebäude im Auge zu behalten.

Das Sparpotenzial bei den Gebäuden hat Gewicht, da rund 45 Prozent des gesamten Schweizer Energiebedarfs in Gebäuden anfallen. Stromfresser ist die Heizung: Der grösste Teil der Energie, die in Gebäuden verbraucht wird, wird in die Raumwärme gesteckt. Dank effizienteren Heizsystemen, intelligenten Steuerungen und weiteren Massnahmen könnte der Energieverbrauch laut der Studie deutlich gesenkt werden.

Roadmap für Gebäudetechnikbranche

Konkrete Vorschläge, wie der Energieverbrauch am besten reduziert werden könnte, macht die Studie nicht. Sie soll aber die Basis sein, um in einem weiteren Schritt Instrumente zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes zu erarbeiten.

Es brauche einen gut aufeinander abgestimmten Mix von Vorschriften, Information, Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitshilfen, schreiben die Studienautoren. Zudem dürften die Preise für nicht-erneuerbare Energien nicht zu tief sein. Gemäss BFE ist eine Roadmap für die Gebäudetechnikbranche geplant.

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