14.06.2015 12:27
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Coop
«Ernährungssicherheits-Initiative geht mir zu weit»
Coop-Chef Joos Sutter ist gegen die Initiative für Ernährungssicherheit des Schweizer Bauernverbandes (SBV). Auf der anderen Seite sieht er kurzfristig auch keine Perspektive für einen Agrarfreihandel, wie aus einem Interview mit dem «Sonntagsblick» hervor geht.

Die Ernährungssicherheits-Initiative des SBV gehe ihm zu weit, so Sutter. Zwar brauche die Schweizer Landwirtschaft einen gewissen Schutz, allein schon aus topografischen Gründen. «Das heutige Gesetz reicht aber. Die Bauern müssen sich über die Zeit der ausländischen Konkurrenz stellen», fügt er an. Auf die Frage, ob er einen Agrarfreihandel befürworte, meint er: «Heute sicher nicht. Solche Forderungen sind völlig unrealistisch, solange keine Begleitmassnahmen definiert sind. Wir brauchen eine starke Landwirtschaft, die sich durch Mehrwerte auszeichnet.»

Grossverteiler Coop verkauft viele Bio-Produkte und steht auch der Dachorganisation Bio Suisse sehr nahe. Auch Bio bei Aldi und Lidl sind nach Knospe-Standards produziert. Auf die Frage des «Sonntagsblick», warum Coop verhindere, dass Aldi und Lidl das Knospen-Label verwenden dürfe, meint Sutter: «Bio Suisse setzt und kontrolliert die Standards, nicht wir. Die Discounter dürfen die Knospe nicht verwenden, weil sie deren Auflagen nicht erfüllen.»

Coops Hauptkonkurrent Migros setzt auf Billig-Bio aus Deutschland. Doch bei Coop wolle man bei diesem Trend nicht nachziehen. «Nein, Billig-Bio kommt bei uns nicht ins Regal. Wir würden nie unsere Werte verwässern, nur um das Wachstum anzukurbeln. Euro-Bio ist eben nur halbes Bio, dahinter können wir nicht stehen», so der Coop-Chef.

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