19.08.2015 06:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Sömmerung
Es wird weniger Alpkäse geben
Die Trockenheit zeigt auch auf den Alpen Folgen. Die Alpkäseproduktion wird klein ausfallen. Einige Freiburger Älpler müssen frühzeitig heimkehren. In Uri und Graubünden ist der vorzeitige Abtrieb kaum ein Thema.

Noch ist die Alpsaison 2015 nicht zu Ende. Eine erste Bilanz lässt sich aber schon ziehen. «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», fasst  Curdin Foppa die Situation im Kanton Graubünden zusammen. «Zwar wurde das Wasser auf den Weiden und in den Käsereien zeitweise knapp. Nun hat sich die Situation entspannt. Die Kühe haben wieder Futter, sodass die Alpabfahrten nicht vorgezogen werden müssen.» Positiv sei, dass es im Gegensatz zum nassen 2014 weniger Trittschäden auf den Weiden und weniger Klauenerkrankungen gegeben habe.

FR: Dürre hat Graswachstum gestoppt

Auch Daniel Furrer vom landwirtschaftlichen Beratungsdienst des Kantons Uri rechnet damit, dass die Alpabfahrt trotz dem trockenen Sommer mehrheitlich im normalen Zeitraum Mitte September stattfinden wird: «Nur von einzelnen Alpen werden die Kühe wegen Futter- oder Wassermangel frühzeitig heimkehren, zumal es nun ja geregnet hat.»

Anders gestalte sich die Situation in den Freiburger Sömmerungsgebieten, weiss Jörg Beck, Geschäftsführer des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes und selber Älpler: «Die Dürre hat das Graswachstum gestoppt, der zweite Weideumtrieb ist ausgefallen. Viele Älpler müssen vorzeitig heimkehren.» Sie stünden nun vor dem Problem, dass die Termine für die Alpabfahrten mit den grossen Volksfesten schon festgelegt seien: «Damit sie stattfinden können, müssen die Bauern improvisieren.»

Keine Auswirkung auf Preis

Folgen hat die Trockenheit des Sommers auch für die Alpkäseproduktion. «Auf den Bündner Alpen wurde weniger gemolken als im gleichen Zeitraum 2014, weil das Gras weniger gut wuchs und rasch alt wurde», weiss Foppa. Furrer bestätigt diese Einschätzung: «Es gibt dieses Jahr sicher weniger Urner Alpkäse.»

Von einer unterdurchschnittlichen Käseproduktion gehen auch Beck und Hansueli Burri, Präsident der Casalp, der Sortenorganisation Berner Alp- und Hobelkäse, aus: «Im Kanton Bern wird es dieses Jahr tendenziell weniger Alpkäse geben als die durchschnittlich 1300 Tonnen eines normalen Jahres. Aufgrund der Trockenheit wurde das Futter auf den Alpen überständig.» Burri geht aber nicht davon aus, dass die Minderproduktion Auswirkungen auf den Käsepreis haben wird: «Der Alp- und Hobelkäse wird noch gelagert – Mengenschwankungen fallen deshalb weniger ins Gewicht.»    

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE