19.09.2016 09:13
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU-Hilfspaket: Aufstockung noch offen
Viele Länder in der Europäischen Union haben sich noch nicht entschieden, ob sie die aus dem Gemeinschaftshaushalt für eine „aussergewöhnliche“ Anpassungsbeihilfe für Milchbauern und Landwirte in anderen Tierhaltungssektoren bereitgestellten Gelder mit nationalen Mitteln verdoppeln wollen. Deutschland und Frankreich haben dies frühzeitig angekündigt.

Am Rande des informellen Treffens der Agrarminister in Bratislava Anfang vergangener Woche wurde bekannt, dass auch die Produzenten im wallonischen Teil Belgiens solche Zusatzhilfen erhalten werden. Dort sollen die Milchbauern bei einer Minderung ihrer Milchproduktion zu den 14 Cent/kg (15 Rp.) aus der EU-Kasse noch 10 Cent/kg (11 Rp.) vom Staat erhalten, aber nur für die ersten 10 % der Reduktionsmenge. Ein grösserer Teil der nationalen Zusatzmittel von insgesamt 4,5 Mio. Euro (4.92 Mio. Fr.) soll über Direktzahlungen ausgeschüttet werden, beispielsweise über höhere Beihilfen für Futterflächen.

Laut Angaben des portugiesischen Landwirtschaftsministers Capoulas Santos werden die dortigen Milchbauern finanziell unterstützt, indem sie 45 Euro (49 Franken) je Milchkuh für die ersten 20 Tiere ihres Bestandes erhalten. Aus Delegationskreisen Litauens hiess es, dass eine Aufstockung der EU Mittel von 13,3 Mio. Euro (14.55 Mio. Fr.) um 100 % geplant, aber noch nicht beschlossen sei, während sich Irland sowie Rumänien und weitere EU-Staaten bezüglich ihrer Pläne noch bedeckt hielten.

Definitiv nicht aufgestockt werden die betreffenden Mittel in Österreich. Wien nutzt die EU-Anpassungshilfe von knapp 5,9 Mio. Euro (6.45 Mio. Fr.) zur zeitlichen Verlängerung des Programms zur Milchmengenreduzierung. Auf eine Aufstockung wird bewusst verzichtet, da der Landwirtschaft in der Alpenrepublik ohnehin eine deutliche Entlastung ins Haus steht. So werden die österreichischen Bauern bei den Sozialabgaben um 167 Mio Euro entlastet.

Insgesamt hat die EU für „aussergewöhnliche“Anpassungsbeihilfen bekanntlich 350 Mio. Euro (383 Mio. Fr.) bereitgestellt, darunter knapp 58 Mio Euro für Deutschland, 49,9 Mio. Euro für Frankreich, 30,2 Mio. Euro für das VereinigteKönigreich sowie 23 Mio. Euro für Polen und 20,9 Mio. Euro für Italien.

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