7.10.2020 07:30
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Milchmarkt
EU: Milchpreis etwas angestiegen
In der EU sind im August die Produzentenpreise weiter gestiegen. Namhafte Molkereien zahlen den Lieferanten pro Kilo Milch 0,20 Cent (0,22 Rp.) mehr als im Vormonat.

Die Produzentenpreise sind im August 2020 in der EU weiter gestiegen. Führende Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Mittel 32,71 Cent (35,23 Rp.) netto/kg Rohmilch. Das entspricht gegenüber dem Vormonat einem Plus von 0,20 Cent (0,22 Rp.), gleichzeitig wurde die Vorjahreslinie um 2% unterschritten. 

Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervor. Der LTO-Durchschnittswert wird monatlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 marktführenden Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss errechnet. Der Durchschnittspreis beruht auf einer jährlichen Anlieferung von 1 Mio. kg. 

Nur wenig Bewegung im September

Abgesehen von den französischen Unternehmen Danone und Savencia haben im August 2020 alle anderen im LTO-Vergleich erfassten Molkereien die Erzeugerpreise angehoben oder unverändert fortgeschrieben. Die meisten Verarbeiter unterschritten im Berichtsmonat spürbar das Vorjahresniveau. 

Im September 2020 dürfte es laut LTO-Schätzungen im Schnitt nur wenig Bewegung bei den Erzeugermilchpreisen gegeben haben. Fünf Molkereien, darunter der deutsche Marktführer DMK, meldeten unveränderte Preise, während die französischen Verarbeiter Lactalis (-0,1 Cent) und Savencia (-0,2 Cent) sowie Friesland/Campina in den Niederlanden (-0,2 Cent) kleine Verringerungen vornahmen. Für Oktober wurden vom dänischen Molkereiriesen Arla (+0,5 Cent), von Friesland/Campina (+0,5 Cent) sowie von Saputo Dairy in Grossbritannien (+0,6 Cent) höhere Auszahlungen angekündigt. 

Globales Milchangebot über dem Vorjahresniveau 

Die weitere Erzeugerpreisentwicklung hängt nach Ansicht der LTO-Experten davon ab, wie gut das globale Milchangebot an die Marktsituation angepasst werden kann. Innerhalb der EU befindet sich die Milchanlieferung weiterhin auf einem hohen Niveau: Von Januar bis Juli 2020 wurde die Vorjahresmenge in Summe um 2% übertroffen, allein im Juli 2020 machte das Plus 2,1% aus.

Die USA meldeten im Juli ebenfalls ein Plus von 2% gegenüber dem Vorjahr. Neuseeland startete im Juni in die neue Milchsaison 2020/21 und verzeichnete bis Ende Juli eine Steigerung der Menge um 3,2%, allerdings auf niedrigem Niveau, weil dort die Anlieferung erst ab August steil ansteigt und im Oktober den saisonalen Höhepunkt erreicht. In Australien wurde im Juli um 3% mehr Milch produziert als vor einem Jahr, während Argentinien (+8%) und Uruguay (+5%) größere Steigerungen erzielten. 

Die Notierungen für Standard-Milchprodukte zeigten in der EU von Mitte bis Ende September 2020 leichte Verbesserungen bei Butter und Cheddar-Käse, während Vollmilchpulver ein wenig zur Schwäche neigte. In Ozeanien tendierten die Kurse mit Ausnahme von Butter überwiegend nach oben. In den USA, wo am Milchmarkt eine extrem volatile Preissituation vorherrscht, legten die Kurse für Butter und Milchpulver von Mitte bis Ende September spürbar zu. Cheddar-Käse zeigte (nach einem vorherigen Absturz) mit +19% die stärkste Aufwärtsentwicklung.

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