5.09.2016 17:24
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Europäischer Milchmarkt
EU-Milchpreise leicht höher
Die EU-Bauern erhielten im Juli 2016 erstmals seit einem Jahr wieder mehr Geld für ihre Milch.

Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Juli 2016 im Schnitt 25,39 Cent (27,68 Rp.) netto/kg Rohmilch und damit um 0,32 Cent mehr als im Vormonat Juni, zitiert aiz.info einen Bericht des niederländischen Bauernverbands. Die Preise erhöht haben beispielsweise die britische Dairy Crest (+1,2 Cent), die irischen Verarbeiter Dairygold (+1,5 Cent) und Glanbia (+1 Cent), Müller Milch in Deutschland (+1 Cent) und Danone in Frankreich (+0,4 Cent). Nur ein Unternehmen (Lactalis -0,3 Cent) reduzierte den Milchpreis.

Preise nach Protesten erhöht

Der niederländische Bauernverband rechnet für die kommenden Monate mit einem weiteren Preisaufschwung. Arla Foods und Friesland Campina haben ihre Auszahlung im September um 1,2 Cent angehoben. Auch Dairy Crest zahlt den Lieferanten einen um 1,2 Cent höheren Milchpreis.

Die französische Molkerei Lactalis sah sich nach Bauerndemonstrationen und Werkblockaden gezwungen, ihren im Vergleich mit den Mitbewerbern unterdurchschnittlichen Milchpreis anzuheben. Lactalis hat laut aiz.info angekündigt, in den verbleibenden Monaten dieses Jahres um 3,5 Cent mehr auszuzahlen.

Der deutsche Marktführer DMK lag im Juli 2016 in der LTO-Statistik mit 20,24 Cent (22 Rp.) am unteren Ende. Auch im August wurde der Preis belassen. Nach Protesten von Bauern kündigte das Unternehmen höhere Produzentenpreise in den kommenden Monaten an. Als Begründung wurden vor allem die geringeren Milchanlieferung genannt. Nach Angaben der "Agrarzeitung" wurde der DMK-Grundpreis bereits im September um rund 2 Cent angehoben. Inklusive eines Nachhaltigkeits- und Logistikbonus dürfte der Auszahlungspreis jetzt bei 23 Cent (25 Rp.) liegen.

Der LTO-Durchschnittswert wird jeden Monat in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 15 grossen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiss sowie einer jährlichen Anlieferung von 500'000 kg errechnet.

Weniger Milch eingeliefert

Im Monat Juni 2016 sind gemäss LTO die EU-Milchanlieferung zum ersten Mal seit der Abschaffung der Milchquote im April 2015 gesunken. Das Minus betrug rund 1%. Die kummulierte Anlieferung in den ersten sechs Monaten liegt aber noch um 3,3 Prozent über dem Vorjahreswert.

Auch ausserhalb der EU, insbesondere in Ozeanien, wurde weniger Milch produziert. In Australien ist gemäss LTO der Rückgang der Anlieferung bereits seit Monaten spürbar. Auch in Neuseeland zeichne sich angesichts der Verringerung der Kuhherden für die aktuelle Saison in Summe ein geringeres Rohmilchangebot ab.

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