7.02.2020 07:14
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Milchmarkt
EU: Milchpreise steigen leicht
Nach einem leichten Anstieg im November 2019 konnten die EU-Produzentenmilchpreise auch im Dezember etwas zulegen. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Mittel 33,99 Cent (36.35 Rp.) netto/kg Rohmilch. Das entspricht im Vergleich mit dem Vormonat einem Plus von 0,26 Cent (0.28 Rp.).

Das Vorjahresniveau wurde aber um 0,33 Cent (0.35 Rp.) oder 1% unterschritten. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervor. Zum Vergleich:

Der LTO-Durchschnittswert wird bekanntlich monatlich auf Basis der Auszahlungsleistungen von 16 marktführenden Milchverarbeitern in Nord- wie auch Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2% Fett und 3,4% Eiweiß errechnet. Der Durchschnittspreis beruht auf einer jährlichen Anlieferung von 1 Mio. kg.

Sehr geringe Preisschwankungen im Gesamtjahr 2019 

Aus den monatlichen Durchschnittswerten hat die LTO für das Gesamtjahr 2019 einen durchschnittlichen Produzentenmilchpreis von 33,49 Cent (35.85 Rp.) je kg errechnet, das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 0,33 Cent oder 1%. Es handelt sich dabei um einen vorläufigen Wert, weil hier eventuelle Nachzahlungen der Molkereien noch nicht berücksichtigt sind.

Fest steht aber bereits jetzt, dass im abgelaufenen Jahr 2019 die Preisveränderungen ausgesprochen gering ausfielen: Im Januar betrug der LTO-Durchschnittswert 33,85 Cent (36.22 Rp.) je kg, bis April sank er auf 33,21 Cent (35.52 Rp.) und erreichte damit die Talsohle. In den folgenden Monaten tendierte er - mit Unterbrechungen - wieder aufwärts und verzeichnete im Dezember mit 33,99 Cent (36.35 Rp.) den höchsten Wert des Jahres. Die Preisschwankungen lagen somit deutlich unter 1 Cent - im Jahr 2018 waren es immerhin 3,3 Cent.

Notierungen für Milchprodukte zeigten unterschiedliche Entwicklung 

Die relativ stabilen EU-Produzentenmilchpreise 2019 lassen den Schluss zu, dass die Notierungen für Standard-Molkereiprodukte im abgelaufenen Jahr ebenfalls wenig Bewegung zeigten. Dies trifft laut EU-Kommission eindeutig auf den Käsebereich zu. So verlief die Preiskurve bei Cheddar sehr flach, die Kurse schwankten im Jahresverlauf zwischen 295 und 300 Euro/100 kg, und aktuell (Anfang Februar) liegen sie mit 301 Euro (322 Fr.) um 1% über dem Vorjahresniveau. Auch bei Vollmilchpulver hielten sich die Schwankungen im Jahresverlauf - zwischen 270 und 300 Euro/100 kg - in Grenzen. Derzeit liegt die Notierung bei 306 Euro (327 Fr.) (+8% gegenüber 2019).

Dem gegenüber zeigte sich bei Magermilchpulver eine klare Aufwärtstendenz - von rund 170 Euro/100 kg (182 Fr.) im Januar 2019 bis zu 255 Euro (273 Fr.) Ende Dezember. Bis Anfang Februar ergab sich eine weitere Zunahme auf 262 Euro (280 Fr.) , was gegenüber dem Vorjahresniveau einem Plus von 41% entspricht.

Butterpreise konnten sich wieder stabilisieren 

Bei Butter wurde in der ersten Jahreshälfte 2019 eine negative Entwicklung beobachtet. Die Preise sanken innerhalb der EU im Mittel von rund 430 Euro/100 kg (460 Fr.) im Januar auf knapp 360 Euro (385 Fr.) im August. Danach folgte eine stabile Phase, die zu Jahresende in einem Kurs von 368 Euro (393 Fr.) mündete. Seit Anfang 2020 bleiben die Preise geringfügig unter diesem Niveau, Anfang Februar wurde mit 363 Euro das Vorjahresniveau um 18% unterschritten.

Die Situation am europäischen Milchmarkt ist derzeit laut LTO insgesamt noch stabil. Butter ist, dem saisonalen Bedarf entsprechend, vor allem am EU-Binnenmarkt weiter gefragt, Exporte verlaufen eher schaumgebremst. Magermilchpulver wird in der Union anhaltend nachgefragt. Vor allem bei Voll- und Magermilchpulver bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die in China vom Coronavirus beeinträchtigte Situation auf die Nachfrage am Weltmarkt auswirken wird. Die Käufer verhalten sich jedenfalls zunehmend zögerlicher, berichten Marktbeobachter.


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