31.01.2015 09:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Käsemarkt
Exportfonds für Emmentaler
Die Emmentaler Branche will die Folgen des schwachen Euro abfedern. Trotzdem müssen die Exportpreise erhöht werden.

Die Sortenorganisation Emmentaler Switzerland (ES) will die Abgabepreise im Inland halten. Die im letzten Jahr mit grossen Anstrengungen erreichte Preiserhöhung soll nicht preisgegeben werden. Doch die ES sieht sich gezwungen, auf die Aufhebung des Euro-Mindestkurses von CHF 1.20 zu reagieren.

–3,5 Rp./kg Milchpreis...

«Denn damit ist unser Käse für die Länder im Euro-Raum über Nacht gegen 20 Prozent teurer geworden», so die «ES-Press». Damit die Exporte nicht ins Stocken gerieten oder gar Auslistungen in Kauf genommen werden müssten, habe der ES-Vorstand beschlossen, einen Währungsfonds für die temporäre Exportunterstützung zu äufnen.

Der Richtpreis von CHF 7.50 ab Rampe Käserei bleibt in Kraft. Aber für diesen Fonds wird eine temporäre Abgabe von CHF 0.50 pro Kilo produziertem Emmentaler AOP ab Produktion Januar 2015 erhoben. Diese Abschöpfung soll von den Käseherstellern und Milchproduzenten gemeinsam getragen werden. Die Vertreter der Sortensektion Emmentaler Milchproduzenten (SEM) und der Käsehersteller ES haben dazu eine Empfehlung herausgegeben. Falls es keine vertraglichen Regelungen oder bei früheren Preisanpassungen getroffene Vereinbarungen gebe, sollen die Milchproduzenten 40 Rp. pro kg Käse (entspricht 3,5 Rp./kg Milch) übernehmen und die Käsehersteller die übrigen 10 Rp./kg Käse. Das gilt ab 1. Januar 2015.

...aber Preis muss steigen

Mit dem Fonds würden ab 1. Januar 2015 und bis auf Weiteres alle Emmentaler Exporte in die Europäische Union mit CHF 0.50 pro Kilo gestützt. «Die restliche Preisdifferenz muss von den Handelsfirmen auf den Markt überwälzt werden können», steht in der ES-Press. Die SEM und die Käsehersteller ES werden in ihrem Schreiben noch etwas fordernder: «Die Handelsfirmen ihrerseits sind gefordert, eine markante Preiserhöhung für den in den europäischen Raum exportierten Emmentaler AOP durchzusetzen.»

Weil der Schweizer Emmentaler AOP oft auch am Preis von ausländischem Emmentaler gemessen wird, dürfte dies vielerorts eine richtige Knacknuss sein. Bedingung für die Exportstützung ist, dass der Richtpreis von CHF 7.50 ab Rampe Käserei eingehalten wird und dass keine Reimporte von vergünstigtem Emmentaler AOP erfolgen. Dazu werde die ES mit den exportierenden Handelsfirmen Vereinbarungen abschliessen.

Bereits am letzten Freitag hatte die ES bekannt gegeben, dass sie als Sofortmassnahme die Produktionsfreigabe für die Monate Januar und Februar 2015 von 67% auf 63% gekürzt habe.

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