16.07.2020 17:13
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Festivalabsage bringt mehr Futter
Eigentlich hätte in der dieser Woche auf dem Berner Hausberg das «Gurtenfestival» stattfinden sollen. Doch das Coronavirus verhinderte den Anlass. Für Landwirt Ruedi Balsiger bringt das Vor- wie Nachteile. -> Mit Video

Normalerweise hat die Musik den «Güsche» Mitte Juli voll im Griff. Fast 80'000 Besucher strömen normalerweise während den 4 Festivaltagen auf den Gurten. Doch in diesem Jahr mussten die Veranstalter die Segel streiche. Anlässe mit mehr als 1000 Personen hat der Bundesrat bis Ende August untersagt.

Muss während Fesitval nicht 'werchen'

Ruedi Balsiger, der auf dem Gurten einen Landwirtschaftsbetrieb bewirtschaftet, ist das Festival ans Herz gewachsen. «Am Güsche hat es für alle Platz. Für den Millionär, den ‘Grümscheler’ oder auch den Bauern wie mich», sagt er zu Radio SRF 3. Seit knapp 30 Jahren habe es für ihn praktisch immer ein Festival gegeben. 

Balsiger ist ein Einheimischer. Er ist auf dem Gurten aufgewachsen und bewirtschaftet mit seiner Frau Susanne den Hof Aebersold oder «Highland Gurten». Das Festival ist auch für ihn ein Höhepunkt: «Ich hatte das Glück, dass ich während des Festivals nie «werchen» musste, sondern nur geniessen konnte.»

Für Wiesen ist es gut

Ein Teil seines Landes wird jeweils auch für das Gurtenfestival genutzt. Praktisch neben seinem Betrieb ist die Sleeping Zone, also die Schlafzone für die Besucher, angesiedelt. Und auf einer flacheren Wiese wird jeweils die Zeltbühne platziert. Weil das Festival in diesem Jahr ausfällt, kann er mehr Futter ernten. «Ich werde in diesem Jahr sicher deutlich mehr Futter haben. Für die Wiesen ist die Absage sicher nicht schlecht. So können sie sich gut erholen», sagt Balsiger zu SRF.

Seine rund Hochlandrinder seien jeweils interessiert, was während den Konzerten abgehe. So würden sie beobachten, was bei den Lichtshows passiere, erklärt der Landwirt. Wird es den Tieren zu bunt, verziehen sie sich in den hinteren Teil der Weide, wo es ruhig ist. 

Finanzielle Einbusse

Für Balsiger hat die Absage des Festivals auch finanzielle Konsequenzen. «Ich habe jedes Jahr einen Verpflegungsstand am Gurtenfestival, wo ich das Fleisch meiner Tiere vermarkte. Die Absage schmerzt mich natürlich», fährt er fort. 

Er hofft, dass das Gurtenfestival im kommenden Jahr wieder stattfindet. Er will wieder mithelfen und teilnehmen. Auch wenn er nicht der typische Konzertbesucher sei, sagt er weiter. 

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