11.04.2017 13:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Fleisch
Fleisch: DNA-Test soll Vertrauen erhöhen
Die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, Proviande, will im Frühling 2018 ein nationales DNA-Rückverfolgbarkeitssystem zum Herkunftsnachweis von Schweizer Fleisch einführen. Damit soll mehr Transparenz geschaffen und das Vertrauen der Konsumenten gestärkt werden.

Vertrauen ist eines der wichtigsten Elemente bei den Lebensmitteln. Das Vertrauen der Konsumenten zu halten und zu stärken, hat sich die Fleischbranche zum Ziel gesetzt.

2018 soll Einführung erfolgen

In den vergangenen Monaten hat eine Arbeitsgruppe der Proviande Grundlagen für die nationale Einführung eines Systems zur Rückverfolgbarkeit von Schweizer Fleisch mittels DNA erarbeitet. Das neue System soll jederzeit den Nachweis erbringen, dass Fleisch und Fleischprodukte mit der Herkunftsdeklaration Schweiz auch wirklich von Tieren stammen, die in der Schweiz gehalten und geschlachtet worden sind. Damit soll das Vertrauen der Konsumenten in das einheimische Fleisch gestärkt werden, schreibt die Proviande am Dienstag in einem Communiqué.

Der Verwaltungsrat der Proviande hat vergangene Woche entsprechende Grundsätze verabschiedet. In einem ersten Schritt soll das System für Rind- und Kalbfleisch eingeführt werden. Jedem Tier wird im Schlachthof eine Referenzprobe entnommen und in einem unabhängigen, schweizerischen Labor untersucht. Es kommt anschliessend in eine Datenbank. Proviande will in den Läden Stichproben durchführen. Im Frühling 2018 soll das DNA-Rückverfolgbarkeitssystem lanciert werden. Der definitive Realisierungsentscheid soll Ende Juni 2017 fallen.

Ausländisches Fleisch als schweizerisches ausgelobt

Das gesamte Herkunftsnachweissystem kostet 4,5 Millionen Franken oder rund 7.50 Franken pro Tier, wie Proviande-Direktor Heinrich Bucher auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Die Anbietern könnten selbst entscheiden, ob sie die Kosten auf die Kunden überwälzen wollen. Tun sie dies, dürfte das Kilo Fleisch durchschnittlich um rund 5 Rappen aufschlagen. 

Grössere Fälle von falsch deklariertem Fleisch wurden in den vergangenen Jahren vereinzelt bekannt, beispielsweise um mittlerweile konkursite Firma Carna Grischa aus Landquart. Diese hatte über Jahre ausländisches Geflügel und Rindfleisch als schweizerisches gekennzeichnet und so verkauft. Es sei denkbar, dass das System dereinst beispielsweise auch auf Schweine und Schafe ausgeweitet werde, sagte Bucher weiter

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