22.03.2016 17:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Fleisch
Fleischkonsum sinkt
51,35 Kilogramm Fleisch pro Person sind im vergangenen Jahr in der Schweiz auf den Tellern gelandet. Damit ging der Konsum zum ersten Mal seit drei Jahren wieder zurück - im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent. Insgesamt sind 431'852 Tonnen Fleisch gegessen worden. Begründet wird der Rückgang vor allem mit dem Einkaufstourismus.

Erstmals seit drei Jahren ist der Pro-Kopf-Konsum gegenüber dem Vorjahr. Er sank um 2 Prozent auf 51,35 kg Verkaufsgewicht (oh-ne Fische und Krustentiere). Insgesamt wurden 2015 431‘852 t Fleisch gegessen. Der Gesamtkonsum bildete sich um 0,8% zurück.

Einkaufstourismus

Ein wesentlicher Grund für den Konsumrückgang ist gemäss der Branchenorganisation der Fleischwirtschaft (Proviande) der Einkaufstourismus von Privatpersonen ins benachbarte Ausland. Dieser hat gemäss einer Studie von GfK «Auslandeinkäufe 2015» gegenüber 2013 erneut um 5,7% zugenommen. Der Einkaufstourismus kann in der Konsumberechnung aber nicht berücksichtigt werden.

Wie bereits in den Vorjahren hatten die Schweizerinnen und Schweizer am häufigsten Schweinefleisch auf dem Teller: Fast die Hälfte des konsumierten Fleisches kam vom Schwein.

Neuer Rekord beim Poulet

Einen neuen Rekord knackte das Pouletfleisch: Zum ersten Mal sind mehr als 100'000 Tonnen von dieser Fleischsorte verzehrt worden. Mit einer Zunahme von 2,7 Prozent auf 12,08 Kilogramm pro Person ist der Vorsprung des Pouletfleisches auf das drittplatzierte Rindfleisch ausgebaut worden.

Der Konsum des Fleisches von Ziegen, Schafen oder vom Wild hat prozentual am meisten zugenommen. Demgegenüber steht das Pferdefleisch, dessen Konsum mit sechs Prozent am meisten abgenommen hat.

Weniger Kalbfleisch produziert

Mengenmässig am stärksten zurück ging die einheimische Kalbfleischproduktion, sie betrug noch 22‘700 Tonnen. Damit konnte die wegen des rückläufigen Konsums drohende Überproduktion verhindert und der Inlandanteil bei 97,4% stabilisiert werden, schreibt die Proviande. Kalbfleisch geniesse in der Bevölkerung zwar ein hohes Image bezüglich Qualität und Bekömmlichkeit. Aufgrund des hohen Preises wird es als Premiumproduktes beurteilt. Es besteht eine starke Korrelation zwischen Kalbfleisch und Geflügelfleisch.

80 Prozent inländisches Fleisch

Die Konsumentinnen und Konsumenten haben beim Einkauf offensichtlich darauf geachtet, inländische Produkte zu kaufen: 80 Prozent des Fleisches kam aus der Schweiz. Insgesamt wurden in der Schweiz 345'642 Tonnen Fleisch produziert. Das ist geringfügig weniger als im Vorjahr.

Über alle Fleischarten hinweg lag der Durchschnittspreis pro Kilogramm bei 20,44 Franken und ist damit um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Schweine- und Lammfleisch waren deutlich günstiger zu bekommen, während der Preis von Rind- und Kalbfleisch gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen ist.

Der Höhepunkt des Fleischkonsumes war im Jahr 1987, als 71 Kilogramm Fleisch und Fisch pro Kopf konsumiert wurde. Während danach der Konsum wieder zurückging (2005: 58,7 kg), stieg der Fleisch- und Fischkonsum seither wieder an und betrug 2015 rund 60 kg pro Person. Noch vor sechzig Jahren genossen Herr und Frau Schweizer je gut 37 kg Fleisch, Fisch und Krustentiere pro Jahr.

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