1.06.2015 13:49
Quelle: schweizerbauer.ch - pd/jgr
Luzern
Flüchtlings-Projekt: Luzerner Bauern haben kein Interesse
Das Asyl-Projekt sieht vor, dass Bauern Flüchtlinge anstellen. Im Kanton Luzern hat sich kein Landwirt darauf gemeldet.

In den Jahren 2016/17 will der Kanton, dass Luzerner Landwirte vorläufig aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren. Arbeitslose Flüchtlinge und gleichzeitig ein drohender Mangel an Arbeitskräften wegen der möglichen Folgen der Masseneinwanderungsinitiative – hier solle das neu lancierte Pilotprojekt vom Bund Abhilfe schaffen, schreibt die «Neue Luzerner Zeitung.» 

Landesweit sei das Projekt schon gestartet. Aktuell nehmen zehn Betriebe am Projekt teil, und insgesamt 15 Flüchtlinge können dabei eine Anstellung auf einem Bauernbetrieb erhalten. Am Projekt beteiligen sich dieses Jahr die Kantone Baselland, Bern, Aargau, St.Gallen, Thurgau, Wallis und Tessin.

Im Kanton Luzern ist das Pilotprojekt jedoch auf taube Ohren gestossen: Kein einziger Landwirt hat sich angemeldet. Dies, obschon der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband (LBV) einen Aufruf gestartet. Ob der Kanton nächstes Jahr am schweizweiten Projekt teilnehmen kann, ist noch unklar. Es können sich landesweit nur zehn Betriebe anmelden. Das dreijährige Projekt kostet 400'000 Franken, wobei der Bund die Hälfte übernimmt. Die rund 4800 Landwirte im Kanton sind heute auf Gastarbeiter aus Osteuropa angewiesen. Derweilen helfen rund 500 bis 600 Gastarbeiter auf den Höfen aus.

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