30.07.2014 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - Monika Helfer
Freiburg
FR: Grosse Ernteausfälle erwartet
Starke Regenfälle im Broyebezirk verursachen grosse Schäden an Kulturland. Die Arbogne überschwemmt regelmässig.

In den letzten Tagen ist eine heftige Regenfront über die Schweiz gezogen. Besonders hart hat es auch den Broyebezirk getroffen. In der Region, in der die Arbogne durchfliesst, ist die Situation verheerend. Die Arbogne überschwemmt regelmässig und beschädigt dadurch wertvolles Kulturland. Besonders hart hat es die Gemeinde Dompierre getroffen. Die Landwirte können mit ihren Maschinen nicht zu den Feldern fahren, geschweige denn etwas in den Feldern bearbeiten.

Revitalisierung im 2008

Das Problem an der Arbogne ist schon seit Jahren vorhanden. Darum hat man bei dem Bau der Autobahn A1 im Jahr 2008 eine Revitalisierung (Erneuerung) an der Arbogne vollzogen. Der vorher gerade Verlauf des Flusses wurde nun kurvenreich gestaltet. Diese Arbeiten wurden vom Bundesamt für Strassen finanziert. Bei diesen Arbeiten wollte man erreichen, dass die Felder um die Arbogne vor Hochwasser geschützt sind. Für den Bemessungsabfluss gilt ein Richtwert von 21m3/s, welcher vom Bundesamt für Wasser und Geologie vorgeschrieben ist. 

Im Abschnitt von Corcelles-près-Payerne in Richtung der Broye ist momentan ein Projekt am Laufen, damit es auch in diesem Abschnitt keine Probleme mit dem Hochwasser mehr geben soll. In diesem Gebiet wird eine Abflussmenge von 21m3 bis zu 41m3 gewährleistet sein. Dieser Wert ist bei weitem höher als die vorgegebene Wassermenge. Dadurch wird erhofft, dass höchstens alle 100 Jahre ein Hochwasserschaden entsteht.

Nachbearbeitungen nötig

Die letzten Jahre waren sehr regenreich, was das System an der Arbogne an seine Grenzen gebracht hat. Am 11. November 2012 wurde in Dompierre die Arbogne zu hoch, wobei noch nicht einmal die 21m3 durchflossen. Darum wurde daraufhin ein Ingenieurbüro beauftragt, dieser Sache nachzugehen. Dabei wurden regelmässig geometrische Daten erhoben, und es wurde schnell klar, dass eine Sohlenauflandung wegen Lehmablagerungen im Wasserlauf das Problem ist. An gewissen Orten der Arbogne ist eine bis zu 80cm tiefe Ablagerung gemessen worden.

Dies ist viel zu hoch, deshalb müssen an diesen Ablagerungsorten erneute Korrekturarbeiten vorgenommen werden. Diese Reparaturarbeiten können jedoch noch einige Zeit andauern. Darum wollte das Tiefbauamt im April 2014 Sofortmassnahmen unternehmen, um Folgeschäden in den Ackerflächen zu verhindern. Es gibt keine Entschädigung vom Kanton für die Ernteausfälle in den wasserüberfluteten Ackerflächen. Die Landwirte müssen sich an die Hagelversicherung wenden, sofern ihre Flächen versichert sind.

Louis Duc wird aktiv

Der Freiburger Grossrat Louis Duc hat sich im Mai mit einem parlamentarischen Vorstoss an den Staatsrat des Kantons Freiburg gewandt und ihn aufgefordert, endlich etwas gegen diese Katastrophe zu unternehmen. Denn die Böden werfen jedes Jahr kleinere Erträge ab. Das Einkommen der Landwirte wird um Tausende von Franken verkleinert.

2013 wurden die Schäden vom Landwirtschaftlichen Institut in Grangeneuve geschätzt, damit die betroffenen Landwirte für die Schäden entschädigt werden können. Jedoch ist bis heute kein Geld geflossen. Louis Duc, selber auch Landwirt, aber auch die betroffenen Bauern möchten nicht tatenlos zusehen, wie ihre wertvollen Kulturflächen den Bach hinunter geschwemmt werden.

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