24.06.2016 10:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Devisen
Frankenaufwertung als grösste Gefahr
Das Konjunkturforschungsinstitut Bakbasel rechnet nach dem Ja der Briten zum Brexit mit einer Verschlechterung der Wachstumsaussichten für die Schweiz. Als grösste Gefahr sieht das Institut eine weitere Aufwertung des Frankens.

Nach der Aufhebung des Euromindestkurses stünden die Schweizer Exporteure bereits heute unter grossem Druck, schreibt Bakbasel in einem ersten Kommentar am Freitag. Es bestehe die Gefahr, dass selbst eine nur vorübergehende stärkere Aufwertung des Frankens dauerhafte Schäden in der Schweizer Wirtschaft verursache.

Kurzfristig könne die Schweizerische Nationalbank (SNB) einer spekulativ geprägten Aufwertung zwar mit Eingriffen auf dem Devisenmarkt begegnen. Einer länger anhaltenden Frankenaufwertung könnten sich die Währungshüter dagegen nicht wirklich entgegenstellen. Denn bereits heute sei die Bilanzsumme der SNB sehr gross, geben die Konjunkturforscher zu bedenken.

Unabhängig von der Währungssituation erwartet das Institut eine geringere Nachfrage nach in der Schweiz produzierten Investitionsgütern. Damit sind Waren und Dienstleistungen gemeint, die zur Produktion oder Weiterverarbeitung von Gütern dienen. Bakbasel erklärt dies mit der generellen Zurückhaltung bei Investitionen, bis für Grossbritannien eine neue Form der Handelsintegration gefunden worden sei. Da immerhin 6,5 Prozent der Schweizer Exporte nach Grossbritannien gingen, könnte eine solche Zurückhaltung die Schweiz hart treffen.

Nationalbank greift am Devisenmarkt ein

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat nach dem Ja der Briten zum Brexit am Devisenmarkt eingegriffen. Wie die Nationalbank am Freitag in einem kurzen Communiqué schreibt, will sie weiter aktiv bleiben am Markt. Bereits im Vorfeld der Abstimmung hatte die SNB Interventionen am Devisenmarkt in Aussicht gestellt, sollte es zu Turbulenzen an den Finanzmärkten kommen.

Der als sicherer Hafen geltende Franken war am frühen Freitagmorgen zum Euro auf den höchsten Stand seit Sommer 2015 gestiegen. Ein Euro kostete zwischenzeitlich 1,0626 Franken. Es war der stärkste Anstieg an einem Tag seit der Aufhebung des Mindestkurses Anfang 2015. Am späteren Morgen schwächte sich der Franken jedoch merklich ab. Ein Euro kostete zuletzt 1,0771 Franken.

Auch eine mögliche Kettenreaktion im Zuge des Brexit, der zu einer Aushöhlung der EU führen könnte, stellt gemäss den Konjunkturforschern ein Risiko für die Schweiz dar. Angesichts der engen Verflechtung der Schweiz mit Europa - rund die Hälfte der Schweizer Exporte gehen in den Euroraum - sei davon auszugehen, dass ein schwaches Europa längerfristig auch schlecht für die Schweiz sei.

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