22.06.2017 10:12
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bund
Frostschäden: Zinslose Darlehen
Die kalten Nächte im April führten bei Obst- Beeren- und Weinproduzenten teilweise zu grossen finanziellen Schäden. Um die Liquidität zu erhalten und die Betriebssituation zu verbessern, sollen zinslose Darlehen helfen. Beiträge von Fondssuisse werden für Härtefälle ausgerichtet.

Gemäss einer Mitteilung des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) haben sich am 19. Juni Vertreter von landwirtschaftlichen Organisationen, Vertreter der Kantone, von Fondssuisse und dem BLW getroffen, um die Unterstützung der vom Frost betroffenen Landwirte zu koordinieren.

Die Schäden könnten erst nach Abschluss der Ernte beziffert werden, heisst es weiter. Damit Bauern wegen den Frostschäden nicht die Produktion aufgeben müssen, sollen die zur Verfügung stehenden Instrumente so aufeinander abgestimmt werden, dass die betroffenen Betriebe die Situation möglichst mit Hilfe von zinslosen Darlehen selbständig überbrücken können. Diese Darlehen müssen innerhalb 20 Jahren zurückbezahlt werden.

Bei Härtefällen kommt Fondssuisse zu Hilfe. Unterstützung erhalten jene Betriebe, die das Schadensausmass «kaum selbstständig stemmen können». Die Beiträge sollen Mehrausgaben für Frostschutz, Wiederinstandstellung oder Jungpflanzenpflege decken. Kriterien für die Abgrenzung von Härtefällen werden von Bund, Kantonen, Organisationen und Fondssuisse gemeinsam erarbeitet.

«Auf rechtlicher Ebene wird der Bundesrat entscheiden müssen, ob der Bund den am stärksten betroffenen Kantonen im Betriebshilfefonds Mittel leihweise zur Verfügung stellen kann und ob Ausnahmen von der Swissnessregelung gewährt werden», schreibt das BLW. Der Bund überlegt sich zudem, in welcher Form der Staat Ernteausfallversicherungen unterstützen kann. Im Zuge der Weiterentwicklung der Agrarpolitik werden solche Massnahmen geprüft.

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