17.03.2016 10:54
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Ostschweiz
Für Bauern ist bei Käser Karl Wick nichts mehr zu holen
Im Nachlassverfahren von Käser Karl Wick wurde eine Steigerung abgesagt. Die Bauer können ohnehin auf kein Geld mehr hoffen.

Ein Inserat in der «Alimenta» lud für nächsten Dienstag, 22. März, zur Grundstücksteigerung in Wil SG. Diese stand in Zusammenhang mit dem Nachlassverfahren mit Vermögensabtretung Wick Karl, Inhaber der Einzelunternehmung Wick Karl, Käserei, Schweinemast und Handel.

Bauern mit 6 Mio. drin

Das Steigerungsobjekt war ein Grundstück an der Mühlestrasse in Wangen SZ, das sogenannte Löffelhöfli. Dieses umfasst 4727 m2, es ist eine Käserei-Industrieliegenschaft mit Einfamilienhaus, die im Nachlass auf 8,4 Mio. Fr. geschätzt wurde. Nun ist aber die  Steigerung widerrufen. Im Schweizerischen Handelsamtsblatt vom Freitag stand, dass die Grundpfandgläubiger Verhandlungen über einen Freihandverkauf führen.

Die Grundpfandrechte liegen im ersten Rang bei der Raiffeisenbank Benken SG (14 Mio. Fr.), im zweiten Rang bei einer Privatperson aus Schänis SG (1 Mio. Fr.), im dritten Rang bei der Milchgenossenschaft PMO Ostschweiz (6 Mio. Fr.) und im vierten Rang steht ein Bauhandwerkerpfandrecht von 570'000 Fr. So steht es in einem Grundbuchauszug vom 27. Januar 2016, der dieser Zeitung vorliegt.

Nach SDF-Konkurs

Allein daraus ist zu vermuten, dass für die Landwirte in der PMO Ostschweiz bei dieser Steigerung nichts mehr zu holen ist. Ein ehemaliges Mitglied bestätigt gegenüber dem «Schweizer Bauer»: «Wir erwarten gar nichts mehr. Die Bauern haben dieses Geld abgeschrieben.» Es geht dabei um rund 80 Bauernfamilien, die Verluste zwischen 2000 und 150'000 Franken zu tragen haben.

Am Anfang der heute 6 Mio. Fr. Grundpfandrecht der PMO Ostschweiz stand der Konkurs der Swiss Dairy Food (SDF). Bauern aus der Region wollten die Milchverwertung in Wangen SZ mit Käser Karl Wick sicherstellen. Damit die Raiffeisenbank einen Kredit gab, mussten die Bauern selbst über 3 Mio. Fr. zur Verfügung stellen. Die Bauern liessen damals das Milchgeld von zwei Monaten stehen.
 
Später, als bereits Probleme aufgetaucht waren, kamen noch einmal über 2 Mio. Fr. dazu, sodass die heutigen 6 Mio. Fr. resultierten. Einige Bauern lieferten Wick später noch lange Milch und verloren noch viel mehr Geld. Das Fazit eines Insiders: «Wenn man es mit solchen Leuten zu tun hat, steht der ehrliche Bauer auf verlorenem Posten.» 

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