16.10.2016 06:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Liechtenstein
Fürstentum zählt 109 Bauernbetriebe
Die Landwirtschaft im Fürstentum Liechtenstein ist eigenständig und vielfältig. Neben Milch- und Fleischproduktion wird Acker-, Gemüse- und Rebbau betrieben. Zudem ist Liechtenstein Weltmeister – Bio-Weltmeister.

Der Trend zu weniger, dafür aber grösseren Betrieben ist in Liechtenstein klar erkennbar. 2013 gab es 109 anerkannte Landwirtschaftsbetriebe, welche die 5234 ha Landwirtschaftsfläche bewirtschafteten. 1980 waren es noch 494 Höfe. Die Zahl der kleinen Betriebe mit einer Bewirtschaftungsfläche unter 5 ha hat dabei von 286 im Jahr 1980 auf 6 im Jahr 2013 am stärksten abgenommen.

32,7 ha

Zugenommen hat dafür die Zahl der Bauern mit einer Bewirtschaftungsfläche von über 20ha. Mehr als zwei Drittel der Landwirte bewirtschafteten 2013 eine landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) von 20ha und mehr. 1980 lag diese Zahl bei 58. Der Durchschnitt der landwirtschaftlichen Nutzfläche pro Betrieb belief sich 2013 auf 32,7 ha (ohne Alpwirtschaftsflächen). Zur gleichen Zeit zählte die Schweiz 55'207 Landwirtschaftsbetriebe, die 1'049'923ha LN bewirtschafteten. Dies ergibt im Durchschnitt 19ha pro Hof.

2013 waren auf den 160km2 Landesfläche des Fürstentums Liechtenstein 85 Betriebe oder 78 Prozent in der Talzone angesiedelt und 24 (22 Prozent) in der Bergzone. 81 Prozent der 109 Höfe wurden im Vollerwerb, 14 Prozent im Haupt- und 5 Prozent im Nebenerwerb geführt.

0,8 Prozent in der Landwirtschaft

Von den 36'680 Beschäftigten in Liechtenstein (2014) arbeiteten 0,8 Prozent oder 340 Personen in der Landwirtschaft. Auf jeden Bauernhof kommen so durchschnittlich 3,1 Beschäftigte. Die Landwirtschaftsbetriebe der Schweiz beschäftigen 3,5 Prozent aller Angestellten oder 158919 Personen.

Die Handelsbeziehungen zwischen Liechtenstein und der Schweiz sind im Bereich der Landwirtschaft intensiv und die wirtschaftlichen Verflechtungen bedeutend. Über den Zollvertrag Schweiz–Liechtenstein sind die Produktionsstandards in Liechtenstein identisch geregelt oder, anders gesagt, produzieren liechtensteinische Landwirte nach den schweizerischen Produktionsstandards.

Bio hat hohen Stellenwert


Bioprodukte sind im Trend. Dies widerspiegeln auch die Zahlen. 2013 produzierten 33 anerkannte Landwirtschaftsbetriebe bzw. ein Anteil von 30,3 Prozent nach den Richtlinien des biologischen Landbaus. Diese Zahl macht Liechtenstein zum Bio-Weltmeister. In der Schweiz produzierten 11 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe nach den Biorichtlinien. Auch im Biobereich sind Liechtensteiner Betriebe im Durchschnitt flächenmässig grösser als ihre Schweizer Kollegen: Liechtenstein 32,9ha, Schweiz 21,1ha. Beeindruckend ist dieses Ergebnis vor dem Hintergrund, dass der erste Biobetrieb in Liechtenstein erst 1991 entstand, vor 25 Jahren.

Die Landwirtschaftsfläche des Fürstentums beträgt 5'234ha. Werden die Alpwirtschaftsflächen nicht miteinbezogen, sind es noch 3'403ha. Obstbau, Rebbau und Gartenbau nehmen 136ha in Anspruch, Ackerland 1'700ha und Naturwiesen und Heimweisen 1'537ha. Die Anbaufläche besteht zum grössten Teil aus Dauergrünland und übrigem Ackerland. Aber auch Getreide, Hackfrüchte oder Ölsaaten werden angebaut.

14,4 Mio. Kilo Milch


Ein Vergleich der Landwirtschaftsbetriebe in Liechtenstein mit den Bauernbetrieben in der Schweiz zeigt, dass der Bereich Tierhaltung mit einem Anteil von 61,4 Prozent in Liechtenstein eine deutlich wichtigere Rolle spielt. Der Anteil der Betriebe, die zum Bereich Tierhaltung gehören, ist in Liechtenstein um rund 8 Prozentpunkte höher.

Olma: Tiere aus dem Fürstentum

Auch Vierbeiner aus Liechtenstein sind in St.Gallen dabei. In der Halle 7 beziehen Kühe, Pferde, Esel, Schafe und Ziegen aus dem Fürstentum während der elf Messetage ihren temporären Stall. An der Züchterbar, die von Bäuerinnen und Bauern aus Liechtenstein betrieben wird, trifft man sich auf einen Schwatz und erfährt viel Wissenswertes über die Liechtensteiner Landwirtschaft. Die Tierpräsentationen, die am 18., 19., 20., 22. und 23.Oktober in der Arena stattfinden, zeigen die Leistungsfähigkeit sowie die Besonderheiten der Tierzucht und der Tierhaltung im Fürstentum Liechtenstein. sum

Andererseits gibt es im Fürstentum weniger Betriebe im Bereich Pflanzenbau und auch weniger kombinierte Betriebe. 2014 produzierten 57 Bauernhöfe eine Milchmenge von 14,4 Mio. kg, das entspricht etwa 253'000kg/Betrieb. Die Milch wird vorwiegend zu Molkereiprodukten sowie seit diesem Jahr auch zu Käse verarbeitet.

Olma: Liechtenstein-Sonderschau

Herzstück der Präsentation des Ehrengastes ist die Liechtenstein-Sonderschau auf über 600 m2 in Halle 9.1.2. Jeden Tag von 9 bis 18 Uhr können die Besucher der Olma ins Fürstentum eintauchen. Es gibt an den Erlebnisstationen viel Spannendes zu entdecken. Bewegte Bilder und Illustrationen und Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner, die ihr Land erklären, nehmen die Messebesucher auf eine Reise ins Fürstentum mit. An der Fotostation kann sich der Besucher typisch liechtensteinisch ablichten lassen oder sein Wissen im Spiel «1, 2 oder 3» testen. Zudem gibt es typische «Made-in-Liechtenstein»-Produkte. sum

Stark parzellierte Eigentumsstruktur

Die Pflege der Landschaft hat in den Hanglagen und insbesondere im Alpengebiet eine grosse Bedeutung. Die Alpwirtschaftsflächen nehmen mit 1831ha etwa 35 Prozent der LN ein. Auf Liechtensteiner Alpen können im Sommer nicht nur Kühe, Schafe oder Ziegen, sondern beispielsweise auch Lamas angetroffen werden.

Eine besondere Situation stellt sich beim Pachtland: Aufgrund der traditionellen, stark parzellierten Eigentumsstruktur und der fehlenden landwirtschaftlichen Pachtgesetzgebung ist es eine Daueraufgabe der Landwirte, die Flächen so zu arrondieren, dass sie bei der Vielzahl der Parzellen sinnvoll bewirtschaftet werden können. Zudem ist der Bodenverlust aufgrund der dichten Besiedelung und der vielfältigen Nutzungsansprüche eine Herausforderung. 

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