21.02.2020 14:00
Quelle: schweizerbauer.ch - pd/blu
Betriebsführung
Gemeinsam seit 20 Jahren stark
Am Donnerstag feierte der Maschinenring Ostschweiz mit mehr als 200 Gästen an der Tier&Technik ins St. Gallen sein 20-Jahr-Jubiläum. Das landwirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen blickt auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurück und sieht einer spannenden Zukunft entgegen.

Der Saal im Olma-Gelände war bis auf den letzten Platz besetzt. Gelächter und Gespräche erfüllen den Raum. Manch einer ist bereits seit 20 Jahren Mitglied beim Maschinenring. Damals lautete der Namen noch Maschinen- und Betriebshelferring Thurgau AG. 

Gemeinschaft ist stärker als der Einzelne

Seit der Integration des Maschinenringes Ostschweiz-Liechtenstein im Februar 2018 wurde die Bezeichnung auf Maschinenring Ostschweiz AG geändert. Die Grundidee ist in all den Jahren die gleiche geblieben: eine Gemeinschaft ist stärker als der Einzelne. Da landwirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen unterstützt Landwirtinnen und Landwirte in Notlagen, hilft Betriebskosten zu reduzieren, bietet praxisnahe Lösungen und schafft zusätzliche Einkommensmöglichkeiten. 

Von klein zu grösser 

Das Büro war klein, welches der erste Geschäftsführer Hansruedi Osterwalder und seine Mitarbeiterin Christina Blatter 1999 in Wängi bezogen. Anders sieht es heute aus. Über 100 Mitarbeitende sind beim MR Ostschweiz angestellt.

Die Unternehmensgruppe erzielt ein Umsatzvolumen von rund 20 Millionen Franken. «Dank unseren verschiedenen Standbeinen können wir unseren Mitgliedern noch besser helfen, die landwirtschaftlichen Betriebskosten zu senken», sagt Fabian Brühwiler, Geschäftsführer der MR Ostschweiz AG. 

Was ist ein Maschinring

Der Name täuscht: Bei Maschinenringen dreht sich zwar vieles, aber längst nicht alles um Maschinen. Wichtiger als das Wort „Maschine“ ist eigentlich das Wort „Ring“. Denn Maschinenringe sind regional organisierte Selbsthilfevereinigungen von Bauern mit dem Ziel die Kosten zu senken, das Einkommen zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern. Innerhalb des Rings gibt es eine Aufteilung in die Bereiche MR-Agrar (landwirtschaftliche Tätigkeiten), MR-Service (Dienstleistungen ausserhalb der Landwirtschaft) und MR-Personal (Personalvereih ans Gewerbe). In der Schweiz bieten nicht alle Maschinenringe alle drei Bereiche an. ed

Die Zukunft ist digital 

Die Anforderungen an die Landwirtschaft sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Dabei spielen die beiden Megatrends Digitalisierung und Ökologie eine zentrale Rolle. Die zukünftige Ausrichtung des MR Ostschweiz ist deshalb klar. «Wir möchten unsere Mitglieder bei diesen Trends begleiten und für sie ein verlässlicher Partner im Bereich Energie, Digitalisierung und Innovation sein», sagt Verwaltungsratspräsident Christian Wolf. 

Ein Beispiel dafür ist die App FarmX, mit der man Maschinen untereinander austauschen kann sowie die Tochterfirma MBR Solar. 

Ursprung der Maschinenringe

Die Maschinenring-Idee geht auf Erich Geiersberger zurück. Der umtriebige Agrarjournalist aus Bayern erkannte das Potential der überbetrieblichen Zusammenarbeit schon früh. Bereits 1958 ahnte er, dass, ausgelöst durch die Gründung der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, weitreichende Veränderungen auf die Bauern zukommen. Geiersberger sah im Maschinenring den Schlüssel zur „Dritten Bauernbefreiung“. Das war auch der Titel des Buches, mit dem er die Maschinenringidee auf der ganzen Welt bekannt gemacht hat. ed

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