4.02.2019 15:30
Quelle: schweizerbauer.ch - ral/jgr
Luzern
Geringe Nachfrage - Insektenfirma verkauft
Die Firma Entomos, Tochter von Andermatt-Biocontrol in Grossdietwil, wollte mit der Zucht und Vermarktung von jährlich bis 80 Tonnen Insekten, also Mehlwürmer, Heuschrecken und Grillen auf dem Schweizer Markt gross durchstarten. Nun hat diese nach eineinhalb Jahren eine Bauchlandung gemacht. Der Geschäftsführer wechselt zu RegioFair.

Die Andermatt-Gruppe hat die Entomos Ende 2018 an den Romand Jean Yves Cuendet verkauft. Die Verkaufsabsichten wurden schon im letzten Herbst bekannt, da die  Abstatzzahlen weit hinterden Erwartungen zurückblieben. Der neue Besitzer Cuendet ist Gründer und Besitzer der Firma Fabilis, die sich mit Nahrungsmitteln der Zukunft beschäftigt. 

Der Absatz sei zu gering, die Produktionskosten und -kapazitäten zu gross, sagte Cuendet gegenüber dem «Bote der Urschweiz». So wurde die Produktion in Grossdietwil eingestellt, bzw. in deutlich geringerem Umfang nach Freienbach SZ verlegt. 80 Tonnen Mehlwürmer, Heuschrecken und Grillen hätte Entomos in Grossdietwil herstellen wollen. Doch die Nachfrage nach den Insekten ist doch nicht so gross.

Mit dem Verkauf geht auch der Geschäftsführer Urs Fanger von Bord. Er wird am Mitte März als Nachfolger von Andi Lieberherr die Geschäfte von RegioFair der StiftugnStiftung Agrovision Muri in Alberswil führen. Die Stiftung habe mit Fanger eine erfahrene Persönlichkeit aus dem Bereich der Lebensmittelentwicklung und Bioproduktion an Bord geholt, heisst es in der Mitteilung von vergangenem Freitag.

«Nach der Pionierzeit, in der die beiden Unternehmen Agrovision und RegioFair sehr schnell gewachsen sind, sind wir an einem Punkt angelangt, der nach angepassten Organisationsstrukturen verlangt.» Nur so könne weiteres Wachstum generiert und eine nachhaltigere und breiter aufgestellte Weiterentwicklung garantiert werden, sagte Rolf Thumm, Präsident der Stiftung Agrovision Muri im November. 

Aus diesem Grund wurde eine neue Unternehmensstruktur gebildet mit einem Geschäftsführer für die Agrovision Burgrain AG, ein weiterer für die RegioFair Agrovision Zentralschweiz AG und ein zusätzlicher Finanzleiter für ein übergeordnetes Führungsteam. Dieser Neustrukturierung jedoch konnte Andreas Lieberherr nichts abgewinnen. 

«Mit dem Aufbau des Biobetriebs Burgrain und der Bio-Handelsplattform RegioFair habe ich einen Bubentraum gelebt», sagt Andreas Lieberherrr damals gegenüber dem «Schweizer Bauer». Er war die treibende Kraft hinter der Erfolgsgeschichte am Burgrain. Was mit einem 300-seitigen Visionsbuch und einem leeren Büro begann, präsentiert sich heute als Vorzeigebetrieb mit 65 Vollzeitstellen.

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