28.03.2014 06:19
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Kälbermast
Gesundheitsdienst für Kälber
Antibiotika, der Umgang damit und die Gesundheit ihrer Tiere sind auch für die Kälbermäster keine einfachen Themen. Diese können sich deshalb vorstellen, einen Gesundheitsdienst für Kälber ins Leben zu rufen.

Der Einsatz von Antibiotika ist auch in der Kälbermast unumgänglich. Ebenso klar war aber für die Referentin Corinne Bähler an der Delegiertenversammlung der Schweizer Kälbermäster in Wattwil SG, dass damit die Gefahr von Resistenzen verbunden ist. Damit nicht genug. Resistenzen könnten sich auf andere Keime übertragen, erklärte die Tierärztin. Schlimm werde es dann, wenn Resistenzen auf den Menschen übertragen würden, zum Beispiel bei ESBL. Die Auswirkungen bei der Bekämpfung von Krankheiten könnten verheerend sein.

Antibiotika reduzieren

«Resistenzen gab es schon immer», sagte Bähler. «Problematisch sind heute aber die rasche Zunahme und die schnelle Verbreitung aufgrund der Mobilität.» Sie setze grosse Hoffnungen in die Bundesstrategie zur Reduktion von Resistenzen. Ziel sei klar die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes, aber auch die korrekte Verabreichung, die Dosierung, die  angepasste Dauer und eine Begründung der Anwendung bei kritischen Antibiotika könnten Massnahmen sein. Zur kritischen Kategorie gehörten immerhin drei von sieben Wirkstoffgruppen.

Weitere Abklärungen

All dies liess Corinne Bähler zum Schluss kommen, dass die Schaffung eines Gesundheitsdienstes nötig ist. Genaue Datenerfassung und -auswertung würden damit möglich, erklärte sie. Sie stiess mit ihrem Anliegen auf offene Ohren. In einer Konsultativabstimmung gaben die Delegierten ihrem Vorstand den Auftrag, weitere Abklärungen zu treffen.

Der Verbandspräsident Samuel Graber betonte dabei, dass eine gemeinsame Lösung zum Beispiel mit dem Rindergesundheitsdienst im Vordergrund stehe. Geklärt werden sollen nun unter anderem die Finanzierung des neuen Gesundheitsdienstes, die Organisation und die Frage, ob die Mitgliedschaft  für die Mäster obligatorisch sein soll oder nicht.

Kälbermärkte erhalten

Samuel Graber sagte an der Versammlung, dass in der Landwirtschaft mehr auf Produktion und Sicherheit gesetzt werden müsse. Die Agrarpolitik zum Beispiel müsse auf mehr als auf vier Jahre ausgerichtet werden. Er ärgerte sich, dass der Bund die Kälbermärkte nicht mehr unterstützt. Gleichzeitig freute er sich, dass Bestrebungen im Gang sind, die Kälbermärkte auch in Zukunft am Leben zu erhalten.

Sorgen bereitet dem Verband der fortschreitende Mitgliederrückgang. Ende 2013 zählte dieser noch 946 Mitglieder, fast sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das hat Auswirkungen auf die Finanzen des Verbandes. Die Jahresrechnung schloss mit einem Verlust von rund 7600 Franken.

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