9.05.2013 14:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Etter
SMP
Grosse Revolution bleibt aus
Seit der Aufhebung der Kontingentierung wurden die Aktivitäten der SMP oft kritisiert. An einer Klausurtagung setzten sie sich mit der künftigen Ausrichtung auseinander. Es scheint, als sei die neue Strategie die bisherige.

Die Situation bei den Schweizer Milchproduzenten (SMP) ist derart verfahren, dass Präsident Peter Gfeller und sein Geschäftsführer Albert Rösti Anfang Jahr zusammen zurücktraten. Dazu geführt hatte nicht zuletzt die SMP-interne Auffassung über die Aufgabe, welcher die Dachorganisation nachkommen muss.

An Richtung festhalten

Jetzt kurz bevor das Präsidium und die Geschäftsführerstelle neu besetzt werden soll, trafen sich die Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer der Mitgliedsorganisationen an einer Klausurtagung. Ziel war es, sich auf eine Strategie zu einigen. «Das Basismarketing für Milch und Milchprodukte, die politische Interessenvertretung sowie die Information und das Erbringen von Dienstleistungen sollen auch in Zukunft wichtige Aufgabenbereiche bleiben. Aber auch im Bereich des Milchmarktes sollen die SMP weiterhin eine aktive Rolle spielen», schreiben die SMP in einer Medienmitteilung.

Es tönt also danach, dass alles beim Alten bleiben wird. «Die grosse Revolution wird es nicht geben, und die Dachorganisation soll nicht zu einer Gewerkschaft ausserhalb des Marktgeschehens werden», erklärt SMP-Vizedirektor Kurt Nüesch. Man wolle an der eingeschlagenen Richtung festhalten. Es gebe aber durchaus umstrittene Punkte, welche jetzt vertieft geprüft und allenfalls angepasst würden. Mehr könne er aber aktuell nicht dazu sagen.

Neue Strategie gefordert

Für Godi Siegfried, Präsident der PMO Züger/Forster, ist das Verzichten auf eine Reform ein fataler Fehler. «Bevor ein neuer Präsident gewählt wird, muss klipp und klar definiert werden, was die SMP zu tun und was zu unterlassen haben», sagt er. Werde dies nicht klar geregelt, seien die altbekannten Diskussionen respektive Streitereien vorprogrammiert.

Deshalb haben Siegfried und seine Thurgauer Milchproduzenten einen Antrag zuhanden der Delegiertenversammlung eingereicht. Dieser verlangt eine klare Neudefinition der SMP-Strategie. Nötigenfalls sei dazu externe Hilfe beizuziehen.

Vernetzt oder verflochten?

Nebst der Ausrichtung wollen die SMP auch die Doppelmandatsproblematik angehen. Dazu stellte die PO Lobag einen Antrag. In der Medienmitteilung schreiben die SMP von den Vor- und Nachteilen der Vernetzung der SMP-Vertretern. Dabei muss festgehalten werden, dass «Vernetzung» doch viel positiver tönt als «Verflechtung». Auch im Bezug auf Doppelmandate kann man daher wohl kaum mit revolutionären Änderungen rechnen.

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