22.04.2016 12:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Milchmarkt
Grünes Licht für Schweizer Heumilch
Die Arbeitsgemeinschaft Heumilch aus Österreich hat an ihrer Hauptversammlung einem Beschluss zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zugestimmt. Damit steht der Vermarktung von Schweizer Milch unter dem Namen Heumilch nichts mehr im Weg. Interesse haben die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) bekundet.

Die Mitglieder der Hauptversammlung verabschiedeten am Donnerstag einen Beschluss für eine mögliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Alpenbogen mit Bayern, Baden-Württemberg, Südtirol, dem Trentino und der Schweiz.

Heumilch bekannter machen

„Organisationen aus den Nachbarregionen haben in letzter Zeit verstärkt Interesse an einer Zusammenarbeit gezeigt. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Heumilch noch bekannter zu machen und mit einem einheitlichen Auftritt die Kräfte zu bündeln und die Marke weiterhin klar zu positionieren“, lässt sich Andreas Geisler,  Koordinator der ARGE Heumilch, in einem Communiqué von Freitag zitieren.

In der Schweiz hat sich das Interesse an der Heumilch vor allem seit vergangenen Sommern akzentuiert. „Nach intensiven Gesprächen zeichnet sich eine Lösung für eine enge Zusammenarbeit mit diesen beiden Organisationen ab“, vermeldeten die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) im August. Es sei schade um jeden Liter hochwertige, silofrei hergestellte Milch, der dem Industriemilchkanal zugeführt werden müsse, so die ZMP.

Begriff Heumilch statt silofrei

„Die grün-weisse österreichische Bildmarke soll in der Schweiz auch geschützt werden. Dabei wird aber das rote Gütesiegel der Agrarmarkt Austria (AMA) ersetzt“, erklärte ZMP-Geschäftsführer Pirmin Furrer damals. Verwendet werden soll das Schweizer Heumilch-Logo vor allem auf Käsen, die exportiert werden.

Das Ziel der Organisation ist es, langfristig die Bezeichnung «silofrei hergestellte Milch» ganz durch «Heumilch» zu ersetzen. Dies deshalb, weil die Konsumenten sich beim Begriff Heumilch sehr rasch etwas vorstellen können. Bei der Bezeichnung «silofrei» ist dies nicht der Fall.

Raufutteranteil von 75 Prozent

Nun soll ein eigenständiger Verein Heumilch Schweiz gegründet werden. Dieser soll Mitglieder in der Basiskommunikation, die Bewirtschaftung des Marktes sowie der Abstimmung der Inhalte mit Heumilch Österreich unterstützen. Heumilch zeichnet sich insbesondere durch den Verzicht auf Futter aus Silage aus. Weiter muss unter anderem der Raufutteranteil mindestens 75 Prozent betragen. In der Schweiz wird bereits ca. ein Drittel der Milch silofrei produziert.

Heumilch Österreich

Der Umsatz von Heumilchprodukten im österreichischen Detailhandel erhöhte sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf mehr als 109 Millionen Euro (119 Mio. Fr.). Bei der weisen Palette legten Heumilchprodukte um 3,8 Prozent zu, bei der gelben Palette um 2,2 Prozent. Die Arge verweist in diesem Zusammenhang auf den Gesamtmarkt. Dieser musste Umsatzminus von zwei Prozent hinnehmen. Der Absatz von Heumilchprodukten wuchs 2015 um 2,3 Prozent auf fast 42‘000 Tonnen. Österreichische Heumilch wurde gemäss der Arbeitsgemeinschaft auch 2015 zu 100 Prozent vermarktet.

Die ARGE Heumilch Österreich vereinigt rund 8000 Bauern und rund 60 Verarbeiter. Hauptproduktionsgebiete sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich sowie die Steiermark. In Österreich liegt der Heumilchanteil an der Gesamtproduktion bei 15 Prozent, in Europa bei lediglich drei Prozent. blu

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