13.07.2016 10:57
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Milchmarkt
Heumilch Schweiz in Startlöchern
Am Donnerstag wird Heumilch Schweiz gegründet. Schon bekannt sind Beiträge und der zur Wahl stehende neue Vereinsvorstand. Wie die Heumilch vermarktet werden soll, bleibt allerdings bis dato die grosse Unbekannte.

Morgen Donnerstag findet die Gründungsversammlung von «Heumilch Schweiz» statt. Gemäss Statuten soll der Verein in Zukunft Strategien zur Absicherung der Förderung für die Heuwirtschaft und die Heumilch entwickeln. Auch die Interessen der Heuwirtschaft gegenüber der Politik soll der neue Verein sicherstellen. Interessierte silofreie Betriebe oder Verarbeiter können sich beim Verein melden und sich offiziell als Heumilchproduzent bzw. -verarbeiter zertifizieren lassen.

Münger wohl Präsident

Die Statuten sowie der offizielle Vereinsvorstand werden morgen offiziell errichtet bzw. gewählt. Klar ist bereits, dass je drei Vertreter der Verarbeiter sowie drei Repräsentanten der Produzenten dem neuen Verein vorstehen werden. Zur Wahl stellen sich die Produzenten Walter Münger, Muolen SG, Ignaz Aregger, Willisau LU, und Urs Jenni, Ins BE.

Die Verarbeiter werden ihrerseits aller Voraussicht nach durch Tony Müller, Hagenwil bei Amriswil TG, Thomas Manser, Bazenheid SG, sowie Josef Werder, Küssnacht am Rigi SZ, vertreten sein. Den Präsidenten stellen gemäss Statuten die Milchproduzenten; dessen Vize kommt aus den Reihen der Verarbeiter.

Absatzkanäle noch unklar

Wo und über welche Kanäle die Heumilch vermarktet werden soll, bleibt bis dato zumindest unklar. Auf Nachfrage äussern sich sowohl die stärksten Sortenorganisationen als auch die grösste Milchverarbeiterin zurückhaltend. Bei Emmentaler Switzerland nimmt man die Gründung zur Kenntnis. «Wir haben uns mit dem Thema Heumilch noch nicht vertieft auseinandergesetzt», heisst es von der Emmentaler-Geschäftsstelle. Beim Gruyère ist ein «zusätzliches Label auf den Produkten nicht geplant».

Auch bei Emmi heisst es auf Nachfrage: «Im Moment ziehen wir es bei Emmi nicht in Betracht, eine unserer eigenen Milchen auf Heumilch umzustellen», so Sibylle Umiker von der Emmi-Unternehmenskommunikation. Man verzeichne auch keine verstärkte Nachfrage des Handels nach Heumilch. Grundsätzlich sei man bei Emmi aber immer offen für Konzepte und Ideen, die den Konsumenten einen nachvollziehbare Mehrwert böten. «Gerade im Bereich der Trinkmilch besteht aber in der Schweiz halt schon eine grosse Vielfalt an Angebotsformen», erklärt Mediensprecherin Umiker weiter.

Beiträge Verein Heumilch Schweiz

Am Donnerstag findet auf dem Betrieb von Walter Münger in Muolen SG die Gründungsversammlung des Vereins «Heumilch Schweiz» statt. Auf der Homepage des Vereins bereits aufgeschaltet sind die Beiträge, die Milchproduzenten und Verarbeiter in Zukunft an den Verein zahlen müssen, wenn sie denn Mitglied werden wollen. Der Mitgliederbeitrag setzt sich demnach wie folgt zusammen: Milchproduzenten bezahlen pro Mitglied und Jahr den Beitrag von 50 Franken. Verarbeiter bezahlen einen Beitrag von 150 Franken jährlich. Darüber hinaus sieht der Verein vor, Lizenzen für die Marke Heumilch zu vergeben. Der Markennutzungsbeitrag beträgt für den Verarbeiter maximal 0,4 Rp./kg Heumilch und für den Produzenten maximal 0,6 Rp./kg Heumilch. Der Markennutzungsbeitrag wird von der gesamten silagefreien Milch des Verarbeiters berechnet, ausgenommen Milch, die zu folgenden Sorten verarbeitet wird: Emmentaler AOP, Gruyère AOP, Sbrinz AOP, Appenzeller, Tilsiter, Tête de Moine AOP und Vacherin Fribourgeois AOP. rab

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