17.10.2013 13:19
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Ernährung
Hipps Babynahrung hat schweizerischen Ursprung
Mit Hipp-Karottenbrei aus dem Glas sind zehntausende Babys in der Schweiz aufgewachsen. Nächste Woche wird Geschäftsführer Claus Hipp 75. Er hat das bayerische Familienunternehmen zu einem Giganten im Babybreigeschäft gemacht. Der Unternehmenserfolg basiert auch auf den Ideen eines Schweizers.

Der Berner Hans Müller gilt als einer der Begründer des organisch-biologischen Landbaus. Er entwickelte die Anbaumethode, von der sich auch auch Firmengründer Georg Hipp überzeugen liess, Mitte des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit seiner Frau Maria Müller und dem Arzt, Bakteriologen und Bodenkundler Hans Peter Rusch. 

"Ursprung" im Emmental

Der Lehrer Müller und seine Frau leiteten zu der Zeit die Bauernheimatschule Möschberg im Emmental, von wo aus sich die Idee des organisch-biologischen Landbaus in andere Länder ausbreitete. Müller sah in dieser Wirtschaftsweise auch eine Möglichkeit der Existenzsicherung für Kleinbauern. Die neue Produktionsweise sollte tiefere Kosten, den Erhalt des Bodenlebens und die Produktion qualitativ hochwertiger Lebensmittel ermöglichen. 

Georg Hipp, der Vater des heutigen Geschäftsführers Claus, war von diesen Ideen überzeugt und begann 1956 sowohl mit der industriellen Produktion von Babynahrung als auch mit dem Anbau von Obst und Gemüse auf naturbelassenen Böden ohne Chemie. Der familieneigene Bauernhof der Hipps im bayerischen Pfaffenhofen wurde daraufhin auf Bio-Produktion umgestellt. 

Marktführer in Deutschland

Claus Hipp übernahm die Unternehmensführung gemeinsam mit seinen beiden Brüdern 1967 und baute die ökologische Produktionsweise weiter aus. Heute ist Hipp der grösste Hersteller von Säuglingsnahrung in Deutschland und arbeitet mit 6000 Bio-Bauern zusammen, deren Arbeit das Unternehmen regelmässig kontrolliert. 

«Dafür stehe ich mit meinem Namen», wirbt Claus Hipp seit Jahrzehnten mit einem Foto von sich auf seinen Produkten. Das war aus Sicht von Werbestrategen ein guter Schachzug, um in dem sensiblen Markt für Babykost Vertrauen zu gewinnen. Obwohl Hipp im Vergleich zur Konkurrenz deutlich teurer ist, rückte die Firma mit einem Marktanteil von mehr als 60 Prozent bei Babykost im Glas zum Marktführer in Deutschland auf. Weltweit erzielte das Unternehmen 2012 rund 600 Mio. Euro Umsatz.

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