23.11.2016 14:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Thurgau
Hochdorf investiert 90 Millionen
Hochdorf investiert in die Produktion von Babynahrung. Damit werden 80 zusätzliche Arbeiter, aber nicht mehr Milch benötigt.

«Mit dieser Investition werden wir in Sulgen pro Tag Babynahrung für rund 1,4 Mio. Babys herstellen können.» Es war an Karl Gschwend, dem Managing Director für strategische Projekte bei Hochdorf, am Montag eines der bedeutendsten Investitionsprojekte der Schweizer Milchwirtschaft vorzustellen. Rund 90 Mio. Franken investiert der Luzerner Milchverarbeiter in den Jahren 2016 bis 2018 am Standort Sulgen TG.

Produktion verdreifacht

Gebaut werden ein modernes Hochregallager, eine neue Abfülllinie sowie ein zusätzlicher Sprühturm zur Herstellung von Babynahrung. Mit dieser Investition verdreifacht Hochdorf die Produktionskapazität von milchbasierter Babynahrung. Am Ostschweizer Standort werden dafür 80 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Auf die bisher verarbeitete Milchmenge wird der Ausbau aber nur wenig Einfluss haben. Die bestehende Verarbeitungsmenge werde trotz der Investition kaum beeinflusst, erklärt der Kommunikations-Verantwortliche Christoph Hug. Aktuell werden in Sulgen maximal 1 Mio. kg Milch pro Tag verarbeitet.

Start per Januar 2018


Zur Herstellung der zusätzlichen Babynahrung sind täglich rund 21000kg Milch notwendig. Nicht unwahrscheinlich sei es allerdings, dass am Ostschweizer Standort der Fokus vermehrt auf den wertschöpfungsstarken Babybereich gelegt werden wird. Dies wiederum hätte zur Folge, dass die saisonale Milcheinlieferung eher zu einer Herausforderung werden könnte. Der neue Sprühturm soll die Produktion per Januar 2018 aufnehmen.

Hochdorf auf Integrationskurs

Der Luzerner Nahrungsmittelkonzern Hochdorf will sein Geschäft im Bereich Babynahrung ausbauen. Dazu will die Unternehmensführung 51 Prozent der Pharmalys Laboratories SA übernehmen sowie 51 Prozent der Pharmalys Tunisia und 51 Prozent der noch zu gründenden Pharmalys Afrika Sàrl. Die Pharmalys-Gruppe hat ihren Sitz in Baar ZG. Damit will Hochdorf mit eigenen Produkten näher an  den Konsumenten heran. Der finale Kaufpreis für die Transaktion bewegt sich aufgrund  bekannter Prognosen zwischen 135 und 170 Millionen Franken. Die Hochdorf-Aktionäre sollen am nächsten Dienstag an einer ausserordentlichen Generalversammlung über eine bedingte Kapitalerhöhung, die Erhöhung der Stimmrechtsbeschränkung von 5 auf 15 Prozent sowie die Zuwahl von Michiel de Ruiter in den Verwaltungsrat entscheiden, heisst es in einer früheren Mitteilung von Hochdorf. rab

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