25.01.2017 09:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Milchmarkt
Hochdorf will Milch importieren
Der Schweizer Milchverarbeiter Hochdorf will erneut konventionelles Magermilchkonzentrat aus der EU importieren.

Alle Jahre wieder: Der Schweizer Milchverarbeiter Hochdorf will Milch importieren. Um diese hier zu verarbeiten und dann wieder zu exportieren – aktiver Veredelungsverkehr heisst dies. 2000 Tonnen konventionelles Magermilchkonzentrat. Auf diese Menge lautet das Gesuch, das Hochdorf bei der Oberzolldirektion eingereicht hat.

Aus der EU soll das Konzentrat kommen, in der Regel aus Deutschland, wie Hochdorf-Sprecher Christoph Hug auf Anfrage erklärt. Das Gesuch beziehe sich auf den kommenden Sommer 2017. Hug betont: «Ob wir diese Menge effektiv importieren, hängt von der Verfügbarkeit des Magermilchkonzentrats, unseren Verarbeitungskapazitäten, den Absatzmöglichkeiten und der Wirtschaftlichkeit ab. Klar ist, dass Inlandmilch in jedem Fall Priorität hat.»

Mit der Importmilch würden Kanäle bedient, in welchen Swissness keine Rolle spiele. «Entsprechend handelt es sich im Vergleich mit Swissness-Produkten um eher tiefpreisige Produkte», so Hug weiter. Wichtig sei für Hochdorf aber eine optimale Auslastung ihrer Anlagen auch während der milcharmen Zeiten. «Damit können wir effizienter arbeiten. Das erachten wir als positiv für die gesamte Wertschöpfungskette der Schweizer Milchwirtschaft.» Auch sei zu wenig B-Milch vorhanden und der Fettabsatz in der Schweiz nur in begrenztem Umfang möglich. Denn aufgrund des «sehr hohen» Grenzschutzes beim Fett seien die Schweizer Milchfettpreise «sehr hoch», so der Hochdorf-Mediensprecher. 

SMP sagen Nein

Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) nehmen zum Veredelungsverkehr-Gesuch von Hochdorf auf Anfrage wie folgt Stellung: «Wir lehnen das Gesuch entschieden ab. Die Situation im Absatz von Milch und Milchprodukten ist weiterhin sehr kritisch, und die Produzentenpreise haben sich nicht erholt. Wir treten nun wieder in die Phase von saisonaler Mehrproduktion und sehen deshalb nicht ein, warum jetzt auf Vorrat ein Freipass zum Import gegeben werden soll. Wir setzen uns ein für eine rasche Erledigung solcher Gesuche. Daher kann in unseren Augen das Gesuch dann gestellt werden, wenn die Verfügbarkeit effektiv nicht mehr gegeben sein sollte. Falls die Begründung rein auf dem Mehrpreis von Schweizer Milch basiert, geht das natürlich nicht.» sal

 

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