15.07.2014 09:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
St. Gallen
«Hofzauber» als Hofladen im Internet
Der Online-Hofladen von Andrea und Ueli Bärtschi kommt immer besser in Schwung. Konfitüren, Früchtebrot und mehr sind zu haben. Grosse Bedeutung haben aber auch die 18 bis 20 Milchkühe und das Brauchtum.

«hofzauber.ch», so heisst die Internetseite, die zu den Produkten von Andrea Bärtschi führt. Konfitüren, sogar in einem Abo möglich, Früchtebrote, Dörrfrüchte, Sirupe und mehr können Interessierte bestellen. Ideen für Geschenke schlägt sie vor. «Letztes Jahr entschieden wir uns, einen Hofladen einzurichten», erzählen Andrea und Ueli Bärtschi. «Da aber unser Hof in Neu-Dottenwil auf 750 Meter über Meer in der Gemeinde Lütisburg recht abgelegen ist, kamen wir auf die Idee mit dem Online-Hofladen.»

Einen Trend aufnehmen

Der Hofladen wird in der Zwischenzeit recht gut benutzt. Die Lieferungen verpackt Andrea Bärtschi für die ganze Schweiz. «Wir sind überzeugt, dass unser Angebot immer besser genutzt werden wird», sagen die beiden. «Denn Einkaufen im Internet bekommt immer mehr Bedeutung. Diesen Trend wollen wir mit unserer Idee aufnehmen.» Sie sind sich bewusst, dass sie ihr Internetangebot aktiv bewirtschaften müssen.

Auftritte an Märkten wie dem Koffermarkt in Sarnen, dem Christkindlimarkt in Herisau und weiteren sind notwendig. Und auch das Angebot können sie in Zukunft ausweiten. Denn erst vor Kurzem hat Andrea Bärtschi ihre 100%-Stelle in der Administration der Weiterbildung an der Universität St.Gallen aufgegeben, da sie in Erwartung ist.

Fernsehen half mit

Der Zufall hat geholfen beim Start des Hofladens. «Wir gehörten zu jenen vier Brautpaaren, die das Schweizer Fernsehen letztes Jahr für die Sendung ‹Ja, ich will – Heiraten in der Schweiz› vor und während unserer Hochzeit begleitete», erzählen die beiden. «Das war eine spannende und vor allem lehrreiche Zeit.»

Und sie hatte Auswirkungen auf ihren Hofladen. Das Fernsehen filmte Andrea Bärtschi unter anderem beim Kochen der Erdbeerkonfitüre. «Das ergab für uns gleichzeitig eine ideale Werbeplattform. Prompt stiegen die Nutzerzahlen auf unserer Internetseite markant an.»

Silofreie Milch

Der Haupterwerbszweig von Andrea und Ueli Bärtschi bleibt auf den 20 Hektaren Land aber nach wie vor die Milchwirtschaft und die Aufzucht von Braunvieh. 15 Hektaren Wald kommen dazu. Diese bewirtschaftet Ueli Bärtschi im Winter. Am 1. Januar 2010 konnte der Landwirt und Schreiner Ueli Bärtschi den Hof von seinem Vater kaufen. Andrea Bärtschi kennt die Milchwirtschaft, da sie in Häggenschwil auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. Zwischen 18 und 20 Kühen stehen im Stall.

Zurzeit verbringen 8 Rinder den Sommer auf der Hochalp bei Urnäsch. Die Milch liefern die beiden in eine Käserei, entweder in die nahe Tilsiter- oder die Appenzellerkäserei. Das bedeutet, dass sie silofrei produzieren.

Mit Bartenbach-Schellen

Die Milchkühe haben aber noch eine weitere grosse Bedeutung. Das zeigt sich bereits an der Behornung. «Hörner gehören bei unseren Kühen dazu», erzählen sie. «Aber vor allem Tradition und Brauchtum stehen bei uns weit oben. Die Viehschau ist für uns einer der wichtigsten Tage im Jahr. Wir fahren immer sennisch auf, und unsere Kühe tragen dabei die Bartenbach-Schellen.» Nicht nur sie selber sind davon begeistert. Die ganze Familie mit vielen Kindern begleitet sie jeweils.

Ihre Leidenschaft für das Braunvieh hat auch Auswirkungen auf die Aufzucht. «Es ist uns ein Anliegen, dass qualitativ gute Kühe im Stall stehen, die wir selber gezüchtet haben.» So sind beide überzeugt, dass sie mit der Landwirtschaft eine gute Zukunft haben. Sie zeigen nicht nur grosse Freude an der Arbeit auf dem Hof. «Für uns ist die Landwirtschaft eine Lebenseinstellung», betonen sie. «Wir schätzen die Selbstständigkeit und tragen gerne Verantwortung. Zudem macht es uns Freude, Neues aufzubauen. Ideen haben wir viele. Schlafen im Stroh und die Kuhpatenschaften gehören dazu.»

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