Samstag, 31. Juli 2021
12.11.2013 09:27
Palmöl

Immer mehr zertifiziertes Palmöl – Handlungsbedarf beim Handel

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Palmöl aus nachhaltigem Anbau ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. Immer mehr Unternehmen verwenden zertifiziertes Palmöl für ihre Produkte. Dies zeigt ein neues Rating von WWF, das 43 Firmen miteinander vergleicht. Handlungsbedarf ortet die Umweltorganisation beim Handel mit Lizenzen.

60 Prozent der befragten Unternehmen mit Sitz in der Schweiz nutzten zertifiziertes Palmöl, teilte WWF am Dienstag mit. 19 Firmen decken ihren Verbrauch fast vollständig mit zertifizierten Produkten. Punkto Mengen und Lieferketten seien sie überdies transparent, so WWF.

Zertifikat nur zweitbester Weg

«Die Situation in der Schweiz sieht zwar auf den ersten Blick erfreulich aus», wird Expertin Katrin Oswald in der Mitteilung zitiert. Allerdings sei der Anteil jener Firmen immer noch zu hoch, die Palmöl-Zertifikate dem physisch zertifizierten Palmöl vorziehen würden.

Für Oswald bedeutet dies, dass im Endprodukt kein zertifiziertes Palmöl enthalten sei, sondern in einem anderen Produkt irgendwo auf der Welt. WWF erachtet deshalb den Weg via Zertifikat nur als zweitbesten. Ziel müsse es sein, dass alle Firmen bis 2015 vollständig auf physisch zertifiziertes Palmöl umstiegen.

Bundesrat will Transparenz

Das Thema beschäftigt auch die Politik. Erst im März hatte der Ständerat den Bundesrat beauftragt, international die umweltschädlichen Auswirkungen der Palmölproduktion zu bekämpfen. Palmöl steht wegen seiner schlechten Ökobilanz schon seit längerer Zeit in der Kritik.

Der Bundesrat will zudem erreichen, dass Lebensmittel, die Palmöl enthalten, künftig deklariert werden müssen, wie er im Februar bekanntgab. Heute kann Palmöl als «pflanzliches Öl» deklariert werden. Neu wird eine exakte Bezeichnung verlangt, wie etwa «Rapsöl»  oder «Palmöl». Das Departement des Inneren (EDI) baut die Regel in die revidierte Verordnung über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln ein, die in der zweiten Jahreshälfte in Kraft treten soll. Diese Vorschriften decken sich mit den Vorschriften in der EU.

Palmöl ist in der Hälfte aller Lebensmittel und in zahlreichen weiteren Konsumgütern enthalten, wie etwa in Kosmetika, Reinigungs- oder Waschmitteln. Mit einem Anteil von einem Drittel am weltweiten Gesamtverbrauch ist Palmöl das wichtigste Pflanzenöl.

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