23.06.2013 15:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Mike Bauert
Kartoffeln
Importe, obwohl Inlandproduktion steigt
Das Angebot an Frühkartoffeln nimmt zu. Ab 1. Juli soll der Markt voll versorgt werden können, trotzdem gibts Importe.

Nachdem der Absatz der schalenlosen Frühkartoffeln dieses Jahr kleiner ausfiel als in vergangenen Jahren, kommen nun ab sofort  vorwiegend schalenfeste Schweizer Frühkartoffeln in die Läden, teilt Swisspatat mit. Die Packbetriebe beginnen diese Woche mit dem Abpacken von Schweizer Frühkartoffeln in die Säcke.

Zweites Zusatzkontingent

Bis anhin konnten die Kartoffeln dank dem sommerlichen Wetter zwar gegraben werden, die Flächen seien jedoch wesentlich kleiner als erwartet. Deshalb könne der Markt erst ab KW 27 (1. Juli-Woche) voll versorgt werden. Swisspatat empfiehlt den Produzenten, ausschliesslich vorwiegend schalenfeste Kartoffeln zu graben und erst zum Zeitpunkt, wenn die Abnahme garantiert ist. Der Produzentenpreis bleibt bis am 3. Juli unverändert  bei Fr. 1.45/kg bei einem Kaliber von 30 bis 50 mm. Die Biokartoffeln können noch schalenlos zu Fr. 2.50/kg, Kaliber 30–60 mm geliefert werden.

Pikant ist, dass ausgerechnet jetzt, da die Inlandversorgung deutlich zunimmt und die Sommerferien den Konsum sinken lassen, das Bundesamt für Landwirtschaft ein zweites Importkontingent von 3'000 Tonnen Speisekartoffeln für die Zeit vom 24. Juni bis 19. Juli bewilligt, das zuerst vom Handel gefordert wurde. Dies, nachdem bereits am 6. Mai einem ersten Zusatzkontingent von 6'000 Tonnen stattgegeben wurde.

Branchenregelung

Ruedi Fischer, Präsident der Kartoffelproduzenten,  ist sich der schwierigen Ausgangslage bewusst. «Damit die Inlandkartoffeln nicht durch Importware konkurrenziert werden, haben wir zusammen mit den Branchenpartnern aufgrund der Ergebnisse der Ertragserhebungen an der letzten Sitzung beschlossen, dass nach dem 30. Juni keine Importkartoffeln mehr in Säcke abgepackt werden dürfen und nur noch Importware im Offenverkauf angeboten wird», erklärt Fischer.

«Wir gehen davon aus, dass nicht mehr das ganze Importkontingent benötigt wird.» Aufgrund der abgespritzten Kartoffelfläche zeige die Hochrechnung, dass der Markt ab Anfang Juli nahezu zu 100% versorgt werden kann. Dieses Jahr sei auch die Qualität eine grosse Herausforderung. Auf Wachstumsrisse, grüne Kartoffeln und Schneckenschäden sei dieses Jahr ein besonderes Augenmerk zu legen. Dass das BLW überhaupt ein zweites Zusatzkontingent bewilligt hat, warf in der Branche Fragen auf, denn seit 2010 bewilligte  das BLW nicht mehr als ein Zusatzkontingent pro Jahr.

Kein Richtungswechsel

Gemäss Pierre Schauenberg vom BLW sei es noch immer das Ziel, dass es in der Regel nicht mehr als ein Zusatzkontingent brauche. Wenn die Marktsituation aber zeige – wie dieses Jahr – dass  ein zweites Zusatzkontingent nötig sei, sei das weiterhin möglich und nicht verboten. Allerdings brauche es rund einen Monat, bis das Gesuch alle Instanzen durchlaufen habe.

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