Montag, 27. Juni 2022
21.05.2014 11:06
Fleischmarkt

Importkontingent für Bauern

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: Doris Grossenbacher

Wer ein Tier (ausser Schweine und Geflügel) im Auftrag schlachten lässt, hat neu Anrecht auf ein Fleischimportkontingent. Davon profitieren zum Beispiel Direktvermarkter. Sie können mit ihrem Kontingent handeln.

Mit der teilweisen Wiedereinführung der Inlandleistung beim Fleischimport werden neu 40% der gesamten importierten Menge an Rind-, Kalb-, Pferde-, Ziegen- und Schaffleisch nach Schlachtungen zugeteilt. Ab dem 1. Januar erhält der sogenannte «Schlachtauftraggeber» Kontingentsanteile pro geschlachtetes Tier der genannten Gattungen.

Zwei Möglichkeiten

In den meisten Fällen ist der Auftraggeber der Schlachtbetrieb selber, da er die Tiere kauft und das Fleisch vermarktet. Ein Auftraggeber kann aber auch ein Direktvermarkter sein, der das Fleisch seiner Tiere zurücknimmt. «In diesem Fall muss der Landwirt darauf bestehen, dass die Schlachtung auf seine TVD-Nummer gemeldet wird», sagt Martin Rufer, Leiter des Departements Produktion, Märkte und Ökologie beim Schweizer Bauernverband.

«Anschliessend muss er  unter seinem Agate-Account ein Gesuch für Kontingentsanteile stellen.» Ein Gesuch für das Jahr 2015 ist bis am 31. August 2014 zu stellen. Laut Rufer haben Landwirte mit Importkontingenten zwei Möglichkeiten: «Sie können entweder das Fleisch selber importieren oder sie können die Kontingente verkaufen.» Käufer könnte zum Beispiel der Metzger vom Dorf sein.

Es würden aber auch bereits Inserate geschaltet von mittelgrossen Metzgereien und Fleischhändlern, die Kontingente kaufen wollen, weiss Rufer. «Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Importanteile an den Schlachtbetrieb abgetreten werden und deren Wert direkt mit den Schlachtkosten verrechnet wird. So entfällt die Gesuchstellung für den Landwirt.»

50 bis 100 Franken

Doch welchen Wert hat so ein Kontingentsanteil zum Beispiel für eine Kuh? Eine Rechnung zeigt: Letztes Jahr wurden rund 19’000 t Rindfleisch innerhalb des Zollkontingentes zum Import freigegeben. 40%, also 7600 t davon, würden mit dem neuen System pro geschlachtetes Tier der Rindergattung zugeteilt. Insgesamt wurden letztes Jahr in der Schweiz 648’000 Stück Bank- und Verarbeitungsvieh sowie Kälber geschlachtet.

Pro Tier ergäbe sich damit ein Importkontingent von 11,7 kg Rindfleisch. Dieses besteht zum grössten Teil aus Kühen in Hälften, was laut Rufer einen Steigerungswert von 30 Rp. bis 1 Fr./kg hat. Ein Kilo Nierstück bringt dagegen einen Steigerungserlös von 10 bis 50 Fr./kg. Der Kontingentsanteil einer Kuh hat also einen Wert von rund 50 bis 100 Franken, je nach Jahr und Importmengen aber auch weniger.

Mehr zum Thema
Agrarwirtschaft

Ivo Bischofberger, Präsident des SFF. - zvg Die Hauptversammlung des Schweizer Fleisch-Fachverbands (SFF) genehmigte am Verbandstag die neuen Statuten des Verbandes. Dieser Akt war ein wichtiger Schritt, um den Verband…

Agrarwirtschaft

Durch die Gelder werden beispielsweise effiziente Bewässerungsanlagen ermöglicht.  - Heinz Röthlisberger Regelmässige Investitionen in landwirtschaftliche Projekte zahlen sich laut dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) aus. Sie schaffen eine mehrfach höhere…

Agrarwirtschaft

Eines der neuen Plakate. - zvg «Schweizer Bäuerinnen und Bauern» heisst neu die Dachmarke der Basiskommunikation der Schweizer Landwirtschaft. Mirjam Hofstetter, Verantwortliche der Basiskommunikation beim Bauernverband, erklärt, wieso jetzt alle…

Agrarwirtschaft

Produkte der Maschinen-und Elektroindustrie sind gefragt.  - pixapay Die Schweizer Wirtschaft hat im Mai die Exporte ins Ausland leicht gesteigert. Gefragt waren vor allem Produkte der Maschinen- und Elektroindustrie. Auf…

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE