25.05.2015 11:30
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
St. Gallen
Indoordach hat sich bewährt
Ein Stalldach kann gleichzeitig auch eine Photovoltaikanlage sein. Das zeigt der Stall von Felix Gossner aus Waldkirch SG.

Es war ein kleiner Milchwirtschaftsbetrieb, den Felix Gossner bis im vergangenen Dezember führte. Seine damals noch 23 Kühe lebten im Anbindestall, der aber den Tierschutzvorschriften nicht mehr entsprach. «Mit dieser Situation musste ich mir überlegen, ob ich die Landwirtschaft weiterführe oder aufgebe», sagt er. «Kommt dazu, dass ich den Betrieb ohne Familie im Hintergrund bewirtschafte, also rationelle Abläufe wichtig sind.»

Kühe fühlen sich wohl

Vor drei Jahren dann ergab es sich, dass sein Nachbar die Landwirtschaft altershalber aufgab und keinen Nachfolger hatte. Gossner konnte dessen Land übernehmen. «Dadurch wurde auch klar, dass ich bauen darf und weiterhin in der Landwirtschaft arbeiten kann.» Bei der Ausgestaltung seines neuen Laufstalles für maximal 48 Tiere war von Anfang an klar, dass er den alten Stall integrieren wird. Ebenso klar war die Installation einer Photovoltaikanlage. Dabei konnte Gossner auf die Mithilfe des ortsansässigen Elektrofachmanns zählen.

«Markus Wäger plante das Indoordach und installierte es auch», erzählt er. «Dieses Dach mit einer Neigung von 13 Grad hat sich bereits bestens bewährt. Die Kühe fühlen sich sehr wohl. Das zeigen die tiefen Zellzahlen mit einem Durchschnitt von 39'000 eindrücklich.» Die Anlage lässt ohne zu blenden viel Licht durch. Der Schnee rutscht weg. Die Abwärme zieht problemlos weg. Der Stall ist zudem gut durchlüftet.

Auf Zukunft ausgerichtet

Für Felix Gossner war dieses Projekt eine recht grosse Investition. Ihm lag am Herzen, seine Planungen auf eine sinnvolle Ausrichtung für die Zukunft auszurichten. «Der Betrieb soll einst auch für eine Familie ein gutes Auskommen ermöglichen.» Konkret kostete ihn der Stallausbau mit Melkroboter und Laufhof bereits eine Million Franken. Positiv dabei ist, dass er beim Dach wieder Geld einsparte, weil er kein Unterdach installieren musste.

Für die Photovoltaikanlage kamen nochmals 285'000 Franken dazu. Sie durfte auf höchstens 100 kW ausgerichtet werden. «Ins Programm der kostendeckenden Einspeisevergütung werde ich nächstes Jahr aufgenommen. Bis dahin nimmt mir die Gemeinde Waldkirch den Strom für 20 Rappen pro kW ab.» Die grünen und weichen Matten in den Laufgängen der Kühe waren ihm wichtig für das Tierwohl. Der Melkroboter erleichtert ihm die Arbeit.

Keine Nachteile gefunden

So nimmt der 52-jährige Felix Gossner die Zukunft zuversichtlich in Angriff. Sein Laufstall ist offen, gut durchlüftet und hell. «Für mich stimmt der Ausbau», betont er. «Ich freue mich und fühle mich zusammen mit meinen Tieren sehr wohl. Seit dem Bezug am 7. Dezember habe ich keinen Nachteil im Vergleich zu früher gefunden.» Und er kann sich sogar die Zeit einteilen und weiterhin als Trainer im Unihockey tätig sein.

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