29.03.2019 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
St. Gallen
Ins rechte Licht rücken
Bei der Delegiertenversammlung des St. Galler Bauernverbandes rief Präsident Peter Nüesch dazu auf, die Gesellschaft mit authentischer Kommunikation von allen Vorzügen der Landwirtschaft zu überzeugen.

"Negativschlagzeilen im Fernsehen, in der Zeitung und in den Sozialen Medien: Man könnte meinen, dass alle Bauern total verantwortungs- und respektlos mit ihren Tieren und der Landschaft umgehen!", empörte sich Präsident Peter Nüesch an der 46.

Delegiertenversammlung des St. Galler Bauernverbandes. Diesen Vorwürfen müsse mit mehr Aufklärung entgegengewirkt werden, meinte Nüesch. Er zeigte auf, dass beispielsweise das Wasser aus jedem See getrunken werden könne oder dass der Einsatz von Antibiotika und Pflanzenschutzmitteln in den letzten 10 Jahren stark zurückgegangen sei. Und er appellierte an die rund 350 Anwesenden, Aufklärungsarbeit zu betreiben.

Stimmen aus dem Mutterhaus

Agrarpolitische Themen wie die Trinkwasser- und die Pestizidinitiative beschäftigen auch den St. Galler Bauernverband. Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbandes, plädierte in seiner Rede für eine sachlichere Diskussion.

Fortschritte wie die Senkung von Pflanzenschutzmitteln oder der Fakt, dass die meisten nachweisbaren Stoffe nicht aus der Landwirtschaft, sondern aus Privathaushalten in die Schweizer Gewässer gelangten, müssten den Konsumenten besser kommuniziert werden. Schliesslich aber sei der Schweizer Bauernverband bereit, den Herausforderungen mit Aktionsplänen und Strategien entgegenzutreten.

Für Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes, ist klar: "Wenn der Bauernverband noch nicht existieren würde, müsste er spätestens jetzt erfunden werden." Momentan gebe es in der Schweiz so viele politische Anliegen, da sei es wichtig, dass die Landwirtschaft gebündelt auftrete und ihre Interessen vertrete. Es bleibe auf jeden Fall spannend dieses Jahr.

Stimmen aus den eigenen Reihen

Im abschliessenden Diskussionsteil der DV bekundeten St. Galler Landwirte Sorgen, wie sie sich selber vor Vorfällen mit Mutterkühen auf Alpen schützen könnten. Der Schock nach dem Urteil gegen einen österreichischen Bauern sitzt anscheinend tief. Der St. Galler Bauernverband sei aber bereits am Abklären und werde sobald wie möglich seine Mitglieder informieren.

Die Änderung der maximalen Amtszeit des Präsidenten von 8 auf 12 Jahre wurde nicht von allen im Publikum gut aufgenommen, ein Gegenvorschlag wurde aber abgelehnt. 

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