24.08.2017 14:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Kommunikation
IP-Telefonie auch für Alpbetriebe
Auch in SAC-Hütten und Alpbetrieben soll künftig über Internet Protokoll (IP) telefoniert werden können. Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV), der Schweizerische Alpenclub (SAC) und die Swisscom arbeiten an der digitalen Aufrüstung im Gebirge.

Für die Alpenverbände und die Swisscom sei es wichtig, dass auch abgelegene Alphütten Grundversorgungsprodukte nutzen könnten, teilten diese am Donnerstag mit. Mit der Umstellung von der analogen auf die digitale Festnetztechnologie müssten die Hütten aber umgerüstet werden. Denn damit stehe die Fernspeisung der herkömmlichen Telefonleitung mit Strom nicht mehr zur Verfügung, heisst es in der Mitteilung. Für den IP-Telefonanschluss brauche es einen Router, welcher eine lokale Stromversorgung braucht.

SAC und SAV werden die Bedürfnisse der Alpbetriebe und SAC-Hütten in Bezug auf die lokale Stromversorgung abklären. Swisscom liefert anschliessend die passende Technologie und sorgt für die Umstellung auf IP-Telefonie. Fachliche Unterstützung liefert zudem die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB), wie es in der Mitteilung heisst.

Swisscom stellt die ISDN- und die analoge Telefonie ab 2018 in den ersten Regionen vollständig auf IP um. Alpen, welche weder über einen Stromanschluss noch über ein gutes Mobilnetz verfügen, drohen von der Grundversorgung abgehängt zu werden. Der "Schweizer Bauer" berichtete darüber. Die Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) war alarmiert. «Die Swisscom ist verpflichtet, jedem Haushalt und jeder Unternehmung in der Schweiz einen Telefonzugang und einen Breitbandzugang von mindestens 2 Mbit/s zur Verfügung zu stellen. Die Swisscom muss dieses Problem also auch für den geschilderten Fall lösen», sagte Direktor Thomas Egger gegenüber schweizerbauer.ch.

Die Swisscom sah das aber etwas anders. Die Stromversorgungs-Thematik liege nicht im Verantwortungsbereich der Swisscom, sagte ein Sprecher. Wenn ein Stromanschluss fehle, müsse sich der Kunde an Strom-Verteilnetzbetreiber wenden. Sollte eine Alphütte in einem «Funkloch» liegen und zur Sicherstellung der Grundversorgungsdienste eine mobilfunkbasierte Lösung nicht zur Verfügung stehen, dürfte eine Anbindungsoption mittels Satellit im Vordergrund stehen, wobei die Realisierbarkeit jeweils im Einzelfall geprüft werden müsste, sagte die Swisscom weiter.

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