3.01.2014 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Verbände
Jeder Verband hat seine eigenen Schwerpunkte
2014 steht kein ganz grosses agrarpolitisches Thema wie dieses Jahr die AP 2017 an. So haben alle Verbände in ihren Agenden fürs kommende Jahr eigene Schwerpunkte gesetzt. Die Arbeit wird aber niemandem ausgehen.

Das Jahr 2013 ist schon fast Geschichte, das 2014 steht vor der Tür. Alle Verbände und Organisationen haben bereits einen Fahrplan, was sie im kommenden Jahr anpacken wollen. Ein grosses Thema, das alle beschäftigt, ist aber nicht in Sicht. 

Bei Mutterkuh Schweiz und bei Suisseporcs steht die Wahl eines neuen Präsidenten im Zentrum. Während die Vereinigung der Mutterkuhhalter schon fündig wurde, will man sich bei Suisseporcs nicht in die Karten blicken lassen und verweist auf die Delegiertenversammlung im Mai.

Produktion nicht steigern

Was Suisseporcs-Interimspräsident Andreas Johner heute schon sagt, ist, dass es im kommenden Jahr an Herausforderungen nicht mangeln werde: «Die Versorgung mit inländischem Futtergetreide und mit Eiweissträgern, die Marktöffnung, die Landwirtschaftinitiativen, die Raumplanung, die Ablösung der Fettzahl, die Brachyspiren und die Reduktion der Antibiotika-Resistenzen sind nur ein paar Stichworte.»

Das bedeute, dass es eine starke Interessenvertretung und konstruktiv-kritische Produzenten, die sich engagieren, brauche. Johners wichtigster Wunsch zum Jahreswechsel ist aber: «Tragen wir der guten Marktlage Sorge.» Das heisse, dass die Produktion nicht gesteigert werden dürfe und dass gleichbleibend hohe Qualität produziert werden müsse.»

Start für Interbeef

Mutterkuh Schweiz wird laut den Angaben von Geschäftsführer Urs Vogt kommendes Jahr bei der Zuchtwertschätzung Vollgas geben: «2014 findet die erste Probeschätzung von internationalen Zuchtwerten im Rahmen von Interbeef statt.» Als Highligts für die Züchter  nennt Vogt die Verleihung der Herdbook-Awards am 15. Januar und die drei Zuchtstiermärkte, als Highlight für die Konsumenten die beef.14 unter dem Motto «Von Hof zu Hof» in Küssnacht am Rigi SZ im September. «Daneben wollen wir die Auswirkungen der AP2017 analysieren und Anträge für Verbesserungen ausarbeiten», nennt Vogt einen weiteren Punkt in der Agenda.

Grosse Feier kommt 2015

Bei Swissherdbook will man sich daran machen, die neue Tierzuchtverordnung umzusetzen und entsprechend das Herdebuchreglement anzupassen. Laut Direktor Matthias Schelling werden aber auch die für die Prüfbetriebe obligatorische Erfassung der Gesundheitsdaten sowie der Aufbau der gemeinsamen Zuchtwertschätzung mit dem Holsteinzuchtverband 2014 ganz oben auf der Agenda stehen.

Daneben blicke man bei Swissherdbook aus gutem Grund auch schon weiter in die Zukunft: «Neben der Weiterentwicklung des Dienstleistungsangebotes stehen die Vorbereitungsarbeiten für unser 125-Jahr-Jubiläum im Jahr 2015 und die Organisation des Fleckviehkongresses, der ebenfalls 2015 stattfindet, im Raum.»

Engagement für Initiative 

«Den Schweizer Bauernverband (SBV) werden 2014 vor allem zwei Themen sehr stark beschäftigen», sagt Pressesprecherin Sandra Helfenstein. «Die Lancierung der Initiative für Ernährungssicherheit, deren Unterschriftensammlung im Februar beginnt, ist Teil unserer Strategie für die Agrarpolitik ab 2018.» Weiter auf der Agenda stehe das internationale Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe der UNO, zu dem der SBV in der Schweiz verschiedene Projekte durchführe. Und auch die zweite Etappe der Revision des Raumplanungsgesetzes wird den SBV laut Helfenstein 2014 beschäftigen.

Übernahme überwachen

Ruedi Fischer, Präsident der Vereinigung der Schweizer Kartoffelproduzenten (VSKP) kann das Jahr 2013 noch nicht ganz abhaken: «Wer hätte gedacht, dass es nach den Grossernten 2009 und 2011 so rasch wieder an Kartoffeln mangeln würde.» Gerade weil man im Pflanzenbau den Launen der Natur stark ausgesetzt sei, sei eine seriöse Anbauplanung äusserst wichtig, betont er. Zunehmend müsse er jedoch beobachten, dass die in der Branche vereinbarten Übernahmebedingungen nicht oder nur zum Teil umgesetzt würden: «Dieser Entwicklung müssen wir entgegenwirken.» 

Mit Sorge blickt der VSKP-Präsident auf die Situation beim Pflanzenschutz: «Durch den Wegfall einiger Wirkstoffe und den öffentlichen und politischen Druck auf die Pflanzenschutzmittel warten grosse Herausforderungen auf uns. Bei der Drahtwurmbekämpfung wird es eine Wirkstofflücke geben, bei der sich noch keine Lösung abzeichnet.»

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