5.01.2018 12:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Tiere
Jubeljahr von BVD durchkreuzt
Das Jahr 2017 hat aus Sicht der Tierhalter viele Neuerungen gebracht wie ein elektronisches Behandlungsjournal für Schweine oder einen neuen Zuchtwert für Kühe. Mehrfach wurde BVD zum Spielverderber.

Das Jahr 2017 war das Jubiläumsjahr des Schafzuchtverbandes. Seit 100 Jahren existiert er. Das wurde gefeiert, etwa an der Delegiertenversammlung im Februar in Illnau ZH oder an der Suisse Tier im November, als 120 Schafe ausgestellt und die Züchter geehrt wurden.

Ehrungen für Konstanz

Geehrt wurden im Januar auch Fleischrinderzüchter für  langlebige und produktive Kühe und Stiere aus ihrer Zucht und im Juli fünf neue Meisterzüchter des Holsteinzuchtverbandes für ihre langjährige Zuchtarbeit. An der Swiss Expo im Januar kam das neue ASR-Schaureglement zur Anwendung. Alle Kühe und besonders die Euter wurden vor dem Betreten des Ringes begutachtet.

An der grössten nationalen Viehausstellung holte sich die Holsteinkuh DH Gold Chip Darling von Roger Frossard, Les Pommerats JU, den Titel der Championne suprême der Milchrassen. Die OB-Kuh Vero-U-Bach Nathali der Gebrüder Winterberger wurde Championne suprême bei den Zweinutzungsrassen. Die OB-Züchter hatten im Januar aber noch einen weiteren Grund zum Jubeln, schliesslich wurde die Marke von 10'000 Herdebuchtieren geknackt. 

Dämpfer BVD

Im Februar waren es die Holsteinzüchter, die jubeln konnten: Galys-Vray wurde Weltsiegerin, sie konnte sich beim Wettbewerb des Fachmagazins «Holstein International» gegen starke ausländische Konkurenz durchsetzen.

Einen Dämpfer gab es für alle Viehzuchtbegeisterten im März: Wegen BVD wurden die Expo Bulle und die National Sale abgesagt. Der Hintergrund: An der Expo Sarine wurde eine Kuh aus einem wegen BVD gesperrten Betrieb aufgeführt. Die zwei in den Fall involvierten Betriebe wurden für 13 Monate von allen Ausstellungen ausgeschlossen.

Miss und Mister Swissopen

Am ersten April-Wochenende herrschte in der Vianco-Arena Hochbetrieb: Es war Swissopen der Fleischrinder. Obenaus schwangen die Simmentaler-Kuh Liana-P von Werner Berger, Gunzgen SO, als Miss Swissopen, und der Limousin-Stier Lary P von Franz und Anita Burri, Dagmersellen LU, als Mister Swissopen. Die Swissopen war ein Erfolg für Mutterkuh Schweiz, die heuer das 40-Jahr-Jubiläum feiern konnte.

Seit April können Schweinehalter ein neues elektronisches Behandlungsjournal nutzen. Dies sei ein Meilenstein im freiwilligen Plus-Gesundheitsprogramm der Schweinegesundheitsdienste Suisag-SGD und Qualiporc Safety Plus, freuten sich die Verantwortlichen.

Neuer Produktionszweig

Seit Mai steht den Bauern ein neuer Produktionszweig offen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat nämlich drei Insektenarten – die Europäische Wanderheuschrecke, den Mehlwurm und die Grille – als Lebensmittel zugelassen und auch definiert, welche Bedingungen Bauern erfüllen müssen, die diese Insekten produzieren wollen. Mit der August-Zuchtwertschätzung wird für die Rassen von Holstein Switzerland und Swissherdbook ein neuer Zuchtwert für eingespartes Futter publiziert. Er beschreibt den Erhaltungsbedarf der Tiere. 

Im September beschloss das Bundesamt für Landwirtschaft, dass die Überwachung der Rinderseuche BVD intensiviert werden soll. Dieses Bekenntnis überschnitt sich mit einem der grössten BVD-Ausbrüche der letzten Jahre. Obwohl er erst im Oktober bekannt wurde, ereignete sich der Fall bereits Anfang August auf zwei Urner Alpen. Von Untersuchungen und Verbringungssperren waren in den Urkantonen 65 Tierhalter mit 591 Tieren betroffen. Dazu rund 180 Rinder aus anderen Kantonen. Den Auslöser des Seuchenausbruchs hat man bis heute nicht gefunden.

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