9.03.2020 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Ausbildung
Junglandwirte für 4-jährige Lehre
Die Junglandwirtekommission fordert eine Erhöhung der Lehrzeit von 3 auf 4 Jahre. Die Kommission begründet dies mit den gestiegenen Anforderungen an die Landwirtinnen und Landwirte sowie der Spezialisierung in der Landwirtschaft.

Das Berufsfeld des Landwirts wird immer komplexer und vielfältiger. Diesem Umstand soll Rechnung getragen werden, fordern die Junglandwirte. Mit einer Ausdehnung der Lehrzeit um ein Jahr soll auch die Qualität der Ausbildung sichergestellt werden.

«Basisausbildung» plus Spezialisierung

Die Anforderungen seien in vielen Bereichen, beispielsweis in der Ökologie oder dem Pflanzenschutz, gestiegen. Weiter hätten sich viele Betriebe spezialisiert (z.B. Munimast, Ackerbau usw.). «Um für diese wachsenden Herausforderungen in der Landwirtschaft gerüstet zu sein, sollen innerhalb einer vierjährigen Lehre wertvolle Erfahrungen gesammelt werden», schreibt die Jula am Montag in einem Communiqué.

Der Vorschlag der Junglandwirte sieht vor, dass sich die Lehrlinge in den ersten drei Jahren ein breites landwirtschaftliches Fachwissen, die «Basisausbildung», aneignen. Im vierten Lehrjahr soll die Spezialisierung erfolgen. «So haben die Lernenden die Möglichkeit, in verschiedene Schwerpunkte zu setzen und sich mit diesen intensiv zu befassen», heisst es weiter.

Keine Verschulung

Die Jula will aber keine Verschulung der Lehre und fordert auch nicht «wesentlich» mehr Schulstunden. Die Lektionen der Berufskundefächer sollen auf vier statt drei Jahre aufgeteilt werden. Zudem wird auch eine schweizweite Harmonisierung gefordert. 

«Die Anzahl Schulstunden und der Stoff muss in jedem Kanton gleich sein, so dass der Lehrbetriebwechsel über die Kantonsgrenze einfach zu vollziehen ist», begründet die Jula diesen Vorschlag. Die Verteilung der Lektionen, verteilt oder blockweise, soll den Kantonen überlassen werden.

Mit der Erhöhung der Lehrzeit setzt die Jula ein Fragezeichen hinter den Direktzahlungskurs. «Wenn die Anforderungen und Erwartungen an die Grundausbildung steigen, müssen weniger anspruchsvolle Ausbildungen wie der Direktzahlungskurs überdacht, angepasst oder gestrichen werden», heisst es in der Mitteilung. 

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