30.01.2017 13:57
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Käse
Käse: Handelsbilanzüberschuss sinkt
Im vergangenen Jahr wurden 2,5 Prozent mehr Käse exportiert als 2015. 80 Prozent wurden auf den Märkten der Nachbarländer abgesetzt. Stärker zugenommen haben hingegen die Importe. Der Handelsbilanzüberschuss wird kleiner.

Die gute Nachricht für die Käsebranche. Die Exporte haben wieder deutlich zugenommen. Betrug das Wachstum 2015 noch 0,3 Prozent, so stieg dieses im vergangenen Jahr auf 2,5 Prozent. Insgesamt wurden 70‘198 Tonnen Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue ausgeführt, 1‘739 Tonnen mehr als 2015. Dies geht aus den am Montag von Switzerland Cheese Marketing AG (SCM) und TSM Treuhand GmbH (TSM) veröffentlichten Zahlen für das Exportjahr 2016 hervor.

Handelsbilanzüberschuss schmilzt

Die Handelsbilanzüberschuss reduzierte sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr um rund 1000 Tonnen. Im vergangenen Jahr wurden noch knapp 12'000 Tonnen mehr Käse ausgeführt als 2015. Die Auswirkungen der Aufhebung der Milchkontingentierung in der EU, das russische Handelsembargo gegenüber der EU und der starke Schweizer Franken hätten die Geschäfte erschwert, heisst es in der Mitteilung.

Die Handelsbilanz sei über alles gesehen positiv für den Schweizer Käse. «Es wurden 1.2-mal mehr Tonnen Käse exportiert als importiert. In der wertmässigen Bilanz beträgt dieser Faktor sogar 1.7-mal mehr», wird in der Mitteilung vermerkt.

Erlös pro Kilo gesunken

Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent (+ 4 Mio. Fr.) auf 604.2 Millionen Franken. Wurden 2015 noch 8.77 pro Kilo gelöst, sank dieser Wert im vergangenen Jahr auf 8.60 Fr./kg. Rund 80 Prozent der Käseexporte (57‘173t) gehen in unsere Nachbarländer. Hauptabnehmer bleiben Deutschland (31‘485t, +1.9%), Italien (10‘864t, +5.0%) und Frankreich (5‘359t, +14.9%). Die Ausfuhren nach Übersee haben sich weniger dynamisch entwickelt. Das Plus lag bei 2,5% (2015: +8,9%), insgesamt wurden 12'702 Tonnen exportiert.

Der meistexportierte Käse bleibt knapp der Emmentaler AOP. Er hat einen Anteil von 17.5 Prozent, die Menge nahm aber im Vergleich zu 2015 um 3.1 Prozent auf 12'276 Tonnen ab. Der Gruyère AOP erreichte 2016 einen Exportanteil von 17.2 Prozent, die Ausfuhrmengen erhöhten sich um 1.3 Prozent auf 12'106 Tonnen. Ebenfalls abnehmend waren die Ausfuhren beim Appenzeller (-0,9% auf 4'977 Tonnen). Die drei Käsesorten haben beim Export einen Anteil von knapp 42 Prozent.

Tête de Moine legt zu

Sbrinz AOP (196t, +25.2%), Tête de Moine AOP (1‘514t, +8.3%) und Schweizer Raclette (1‘644t, +2.9%) schlossen 2016 mit einem positiven Exportergebnis ab. Positive Bilanz wurden auch für die Gattungen „Frischkäse/Quark“ (+237t, +4.1%) und „andere Käse“ +285t (+8.0%) beobachtet.

Mengenverluste zu beklagen haben die Kategorie „Weichkäse“ -22t, (-3.7%), der Vacherin Mont d’Or AOP (-5t, -12.7%), der Tilsiter -77t (-22.0%), der Vacherin Fribourgeois AOP -2t (-0.8%) Switzerland Swiss -218t (-4.5%) und Fertigfondue -46t (-1.1%) sowie die Kategorie „Schmelzkäse“ -47t (-4.1%).

Deutscher Billigkäse kommt in die Schweiz

Auch 2016 setzte sich der Importdruck unvermindert fort. Die Importe haben sich im Vergleich zu 2015 um 4.9 Prozent erhöht. Insgesamt wurden 58'200 Tonnen (+2'734t) Käse in die Schweiz eingeführt. Der Durchschnittpreis pro Kilo betrug 6.19 Fr. Die Unterschiede sind aber frappant. Lag der Durchschnittpreis bei französischem Käse bei 8 Fr./kg und bei italienischem bei 6.70 Fr./kg, so betrug der Wert beim deutschen Käse 3.80 Fr./kg.

So verwundert es nicht, dass die Importe aus Deutschland am stärksten zulegten. Die Einfuhren erhöhten sich um 10.1% (+1‘285t) auf 14'053 Tonnen. Am meisten Käse wird aus Italien (+3.3% auf 20'467 t) und aus Frankreich (+2.3% auf 14'378 t) importiert. Rund 85 Prozent der Einfuhren stammen aus diesen drei Ländern.

Am meisten importiert wurde Frischkäse 15'932 Tonnen (+991t, 4.2%), Halbhartkäse 10'818 Tonnen (+1'267 t, 13.3%) und Weichkäse 11'793 Tonnen (+103t, +0.9%). Verloren hat hingegen Hartkäse -54t (-1.1%) und Schmelzkäse -44t (–1.1%) «Ein wichtiger Teil des Imports fliesst in die preissensible Nahrungsmittelindustrie, in die Grossgastronomie und in das Gastgewerbe», heisst es im Communiqué. 

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