17.03.2016 11:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Käse
Käse: Inlandanteil (noch) 70 Prozent
Im vergangenen Jahr ist in der Schweiz der Käsekonsum gestiegen. 70 Prozent des verzehrten Käses wurde aus Schweizer Milch hergestellt. In den vergangenen acht Jahren sank der Inlandanteil aber um knapp 7 Prozent.

Gemäss einem Communiqué der Schweizer Milchproduzenten, des Schweizer Bauernverbandes, der TSM Treuhand GmbH und der Switzerland Cheese Marketing AG wurden 2015 von der ortsanwesende Bevölkerung insgesamt 180‘746 Tonnen Käse verspeist. Das waren 4‘314 Tonnen mehr als 2014. Der Pro-Kopf-Konsum stieg um 260 Gramm auf 21,49 Kilo. 70 Prozent des konsumierten Käses wurde aus Schweizer Milch produziert. 2007 hatte der Schweizer Käse noch einen Anteil von 76,5 Prozent.

Importanteil steigt

Gemäss den oben genannten Organisationen waren vor allem Frischkäse (u.a. Mozzarella), Halbhartkäse wie Raclette du Valais AOP, Raclette Suisse, Appenzeller, Tilsiter, Freiburger Vacherin AOP und Tête de Moine AOP sowie Hartkäse wie Le Gruyère AOP und Emmentaler AOP gefragt.

Der Konsum von Sbrinz hat sich stabilisiert, die Importe von Extrahartkäse bildete sich um 17,6 Prozent zurück. In den vergangenen acht Jahren ist aber der Importanteil von konsumierten Käse um sieben Prozent gestiegen. „Seit der Liberalisierung des Käsemarkts mit der EU wurden neue Käsespezialitäten importiert, welche teilweise grosse Preisunterschiede zu den inländischen Sortenkäsen aufweisen“, heisst es in der Mitteilung.

Inlandanteil fast in sämtlichen Kategorien gesunken

In fast sämtlichen Kategorien hat der Schweizer Käse zwischen 2007 und 2015 Marktanteile verloren. Das grösste Minus wurde beim Frischkäse (-10%) auf 67,5 Prozent beobachtet. Der Verbrauch pro Kopf hat in diesem Segment aber am meisten zugelegt (+8,5% auf 7,67 kg). Im preissensiblen Segment konnte der ausländische Käse deutlich zulegen.

Auch beim Frischkäse haben Schweizer Produkte Marktanteile verloren. Der Anteil sank um 9 Prozent auf 31 Prozent. Auch hier ist der Konsum aber gestiegen. Das Wachstum fiel mit 3 Prozent auf 2,02 kg tiefer aus als beim Frischkäse.

Die Marktanteilsverluste beim Halbhart- und Hartkäse fielen mit 4 respektive 6 Prozent geringer aus. Der Schweizer Anteil beim Halbhartkäse beträgt 81 Prozent, beim Hartkäse 84 Prozent. Der Pro-Kopf-Konsum beim Halbhartkäse hat sich um 4,4 Prozent auf 6,02 kg reduziert. Beim Hartkäse wurde ein Wachstum um 1,1 Prozent auf 3,63 kg pro Kopf beobachtet.

Gewachsen ist der Inlandanteil beim Extrahartkäse. Hier konnte der einheimische Käse um 2,6 Prozentpunkte auf 24 Prozent zulegen. Der Pro-Kopf-Konsum hingegen sank massiv um fast 16 Prozent auf 700 Gramm pro Kopf. Dieses Käsesegment sinkt in der Gunst der Konsumenten.

Einfuhren haben mengenmässig zugelegt

2015 haben die Käse-Importe weiter zugenommen. Wertmässig wurde zwar 12 Prozent weniger importiert, aber mengenmässig stiegen die Einfuhren um 2.9 Prozent  (+1‘587t) auf 55‘432 Tonnen. Rund 85 Prozent der Importe stammen aus Italien (19‘806t, -1.9%), Frankreich (14‘053t, +5.1%) und Deutschland (12‘768t,-3.0%). Besonders beliebt waren 2015 Frischkäse +649t (+3.2%), Weichkäse +463t (+4.1%), Halbhartkäse +573t (+6.4%) und Hartkäse +920t (+23.6%). Schmelzkäse blieb stabil mit +29t (+0.7%).

Ein wichtiger Teil des Imports fliesst in die preissensible Nahrungsmittelindustrie, in die Grossgastronomie und in das Gastgewerbe.

Ortsanwesende Bevölkerung

Dieser heute meist nicht mehr verwendete Begriff beinhaltet alle Einwohner, die sich an einem bestimmten Stichtag an dem massgebenden Ort aufgehalten haben. Dies führt vor allem zu Problemen bei Personen, die sich auf Reisen befanden und somit gelegentlich sowohl an ihrem Aufenthaltsort und oftmals auch noch an ihrem eigentlichen Wohnort gezählt wurden (Doppelzählung). In der Schweiz wurden 2015 insgesamt 8,41 Millionen ortsanwesende Personen gezählt.

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