7.02.2017 06:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Käse
Käsebranche feiert «Ramsch»-Erfolge
Die Käsebranche rühme sich in der neusten Medienmitteilung und schreibe, dass die Schweizer Käseexporte einen Zuwachs von 2,5% verzeichneten, was 1738 t entspreche.

«BIG-M stösst dieses Gejubel nicht nur deshalb sauer auf, weil die Importe in derselben Zeit sogar um 2734 t gestiegen sind», heisst es im jüngsten Newsletter der Basisorganisation. Auch deshalb, weil die Branche kreative Wege gefunden hat, um Überschüsse loszuwerden: «Man kauft B2-Milch  zu einem Preis von unter 40 Rp./ kg ein. Diese wird so stark als möglich entrahmt. Der Rahm wird separat verarbeitet und verkauft. Die Mooh exportiert ihn mit Schoggigesetzgeldern, andere füllen ihre Butterlager damit. Mit der fettarmen Milch stellt man einen Käse her. Dafür gibt es schliesslich vom Bund noch 15 Rp./kg Verkäsungszulage, solange der Käse wenigstens 15% Fett hat.»

Dieser Käse sei von den Gestehungskosten her so billig, dass er problemlos im Export verschachert werden könne. Laut dem Bund seien im Jahr 2016 über 1200 t Halbhartkäse zu einem Preis zwischen 1.50 Fr. bis 2.90 Fr./kg in EU-Länder exportiert worden. Importkäse komme kaum zu einem solchen «Schundpreis» in die Schweiz. Über diese Pseudo-«Qualitätsprodukte» rede die Branche jedoch nicht. «Informationen über die Art und die Verwendung dieser Ware bleiben geheim. Dass aus unserer Hochqualitätsmilch billigster Industriefood gemacht wird und das erst noch mit Steuergeldern drin, passt eben nicht ins Bild des Exporterfolgs!», teilt BIG-M mit. Würde die Segmentierung korrekt umgesetzt, würden die Bauern laut BIG-M gar keine Milch für 40 Rp./kg abliefern.


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