18.03.2020 07:29
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Kampf dem Tomatenvirus
Strenge Vorschriften sollen in Frankreich die Ausbreitung des "Tomato Brown Rugose Fruit Virus" verhindern.

In Frankreich hat das Landwirtschaftsministerium Auflagen für die Erzeuger von Tomaten und Paprika erlassen, um die Ausbreitung des „Tomato Brown Rugose Fruit Virus“ (ToBRFV) zu erschweren. Gewerbliche Anbauer von Tomaten- und Paprikapflanzen werden durch eine am vergangenen Freitag  im Amtsblatt veröffentlichten Verordnung verpflichtet, schon einen Verdacht auf eine Einschleppung des Virus unverzüglich an die regionalen Aussenstellen des Landwirtschaftsministeriums (DRAAF) zu melden.

Ausserdem müssen die Erzeuger alle erforderlichen Massnahmen treffen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und alle möglicherweise kontaminierten Materialien und Objekte zu isolieren, bis das Ergebnis einer amtlichen Untersuchung vorliegt. Vorgeschrieben ist nun auch, Informationen und Dokumente vorzuhalten, um die Rückverfolgbarkeit von Pflanzen sicherzustellen.

Sicherheitsmassnahmen

Zudem müssen die Betriebe einen Notfallplan erstellen, der unter anderem das Vorgehen zur Isolation einzelner Betriebseinheiten und die Sicherheitsmassnahmen beim Betreten und Verlassen der Quarantänebereiche beschreibt. In den Plänen enthalten sein müssen laut Verordnung ferner eine Karte des Betriebs und seiner Produktionseinheiten, eine Übersicht der Ein- und Ausgänge von Waren und Betriebsmitteln, Vorgaben zum Umgang mit Produktionsabfällen sowie die Art und die Häufigkeit von eigenen Kontrollen auf das Virus.

Wird der Erreger in einem Betrieb durch eine amtliche Analyse nachgewiesen, muss die betroffene Produktionseinheit unter Quarantäne gestellt und der Zugang beschränkt werden. Die Besitzer von nachweislich kontaminiertem Saatgut müssen die Ware unverzüglich durch Verbrennung vernichten oder mit einem geeigneten Produkt dekontaminieren; der Erfolg der Behandlung muss aber durch eine anschliessende Analyse bestätigt werden.

Von dem Virus befalle Pflanzen sowie solche, die in engem Kontakt zu infizierten Kulturen standen, sind gemäss der Verordnung vollständig zu vernichten. Das gleiche gilt auch für entsprechende Materialien; diese müssen gegebenenfalls mit Brandkalk abgedeckt und vergraben werden. Nach der Vernichtung beziehungsweise Behandlung der potentiell infektiösen Materialien müssen die Ausrüstung und die Produktionseinheit vollständig desinfiziert werden, wobei Insekten, die als Vektoren in Frage kommen, getötet werden müssen.  

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