3.06.2019 09:13
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Bern
Kanton schreibt 11 ha-Betrieb aus
Das Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern schreibt in den nächsten Tagen den Gutsbetrieb Hondrich bei Spiez zur Verpachtung aus. Der derzeitige Pächter, Christian Berger, hat sich entschieden, den Ende 2020 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Der Pachtbetrieb liegt auf einer Höhe von 780 Metern über Meer und hat eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 9,92 Hektaren.

Ab 2021

«Um die Existenzgrundlage der neuen Pächterschaft zu sichern und die praktische Ausbildung der Lernenden des Inforama zu gewährleisten, können zusätzlich Teile (rund 11 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche und Ökonomiegebäude) der heutigen Schlüsselmatte in Spiez zugepachtet werden», hält der Kanton Bern in einer Mitteilung fest. Als Pächterwohnung steht im Areal entweder ein Einfamilienhaus oder eine Wohnung mit Studio zur Verfügung.

Mitte Januar gab der Kanton bekannt, dass der derzeitige Pächter Christian Berger die Bewirtschaftung des Landwirtschaftsbetriebs Hofstatt beim Inforama Berner Oberland in Hondrich auf Ende Dezember 2020 aufgeben wird.

Diskussion um Bio

Vor knapp vier Jahren gab es eine intensive Diskussion rund um den Betrieb. Weil eine Stallerweiterung auf dem Hondrich nicht möglich war, wollte der Pächter mit einem konventionell produzierenden Landwirt eine Betriebsgemeinschaft eingehen, um eine Stallbau-Lösung realisieren zu können. Dazu musste er beim Kanton Bern ein Gesuch einreichen, um den Betrieb nicht mehr nach Bio-Suisse-Richtlinien zu bewirtschaften.

Dies wiederum wollten die Grossratsmitglieder Kilian Baumann (Grüne) und Regina Fuhrer (SP) mittels Motion verhindern. Dem Gesuch des Pächters wurde schliesslich stattgegeben. «Auf Basis verschiedener Abklärungen hat das Inforama dieses Gesuch bewilligt, damit für den Kleinbetrieb Hondrich der Weg für eine betriebswirtschaftlich sinnvolle und für den Kanton Bern kostengünstige gemeinschaftliche Lösung geebnet wird», teilte die Volkswirtschaftsdirektion im September 2015 mit.

2000 auf Bio umgestellt

Die Biostrategie auf dem Gutsbetrieb des Inforamas Hondrich habe im Oberland kaum Signalwirkung gehabt, sagte Hanspeter Baumann vom Inforama damals. Ausserdem habe es sehr viele Nebenerwerbsbauern, die von der Arbeitsbelastung her die konventionelle Landwirtschaft bevorzugten. Daher sei die biologische Bewirtschaftung des Schulbetriebs in Hondrich unter den Oberländer Bauern nur wenig zur Kenntnis genommen worden.

Der Gutsbetrieb wurde im Jahr 2000 auf die Richtlinien von Bio Suisse umgestellt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE