12.04.2016 16:19
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Milchmarkt
Kern sieht für 2016 keine Trendwende
Derzeit zeichnet sich laut der SMP noch keine Entspannung ab. Der Absatz im In- und Ausland harzt, der Markt ist überschwemmt. Der Präsident der Schweizer Milchproduzenten, Hanspeter Kern, rechnet 2016 mit keiner Entspannung der Lage.

Derzeit zeichnet sich laut der SMP noch keine Entspannung ab. Der Absatz im In- und Ausland harzt, der Markt ist überschwemmt. Das zeigt sich auch am Schweizer «Butterberg»: Über 6500 Tonnen Butter werden momentan in Tiefkühllagern aufbewahrt. In den letzten Jahren waren es um diese Zeit jeweils weniger als 4500 Tonnen gewesen.

In den ersten Monaten 2016 keine Änderung zum Guten

Weil zu viel Milch auf dem Markt ist, steigt der Druck auf die Preise. Die SMP hatte im Januar daher dazu aufgerufen, die Milchproduktion um 3 Prozent zu drosseln. Erschwerend kommt für die Schweizer Milchproduzenten die Frankenstärke hinzu. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank habe gravierende Auswirkungen auf den Milchsektor gehabt, die noch längst nicht verkraftet seien, schreibt die SMP. Zudem sei nach der Aufhebung der Quotenregelung die Milchproduktion in der EU explodiert.

Diese Produktionssteigerung habe zusammen mit dem Russlandembargo und der unter den Erwartungen gebliebenen Entwicklung der Märkte in verschiedenen Regionen zusätzlichen Druck auf den Schweizer Markt gebracht. Die Folge waren Absatzeinbussen. Die ersten Monate im 2016 zeigen, dass noch keine Trendwende in Sicht ist, betont die SMP.

Milchbauern müssen sich dem Markt ausrichten

«Solange sich die Situation global und in der EU nicht verbessert, werden auch wir Mühe haben, unseren Markt zu stabilisieren», sagte SMP-Präsident Kern. Die Schweizer Milchproduzenten seien gezwungen, sich am international geprägten Markt auszurichten.

Der Präsident sieht aber auch Hoffnung. Die Massnahmen von 2015 hätten Wirkung gezeigt haben. „Obwohl die Preise bei der Molkereimilch extrem tief sind, war die Differenz zum EU-Preis noch nie so gross wie heute“, betont Kern. Damit diese Differenz gehalten werden kann, müssten die Milchproduzenten unbedingt geeint auftreten. Zudem ist auch der Sicht der SMP unabdingbar, die Verhandlungsposition der Produzenten gegenüber den Milchverarbeitern zu stärken.

Die SMP will alle Bestrebungen strategischer Zusammenarbeiten unter den Milchvermarktungsorganisationen, um die Marktpositionen gegenüber den nachfolgenden Stufen zu stärken. Eine Mengensteuerung steht sie aber skeptisch gegenüber. Politisch gäbe es keine Anzeichen dafür.

Schweizer Milchproduzenten in folgenden Bereichen:

• Die SMP will sich für eine Nachfolgeregelung des Schoggigesetz einsetzen. Eine milchspezifische Lösung, bei der die Wertschöpfung in der Schweiz gehalten werden kann und der Produzent direkt profitiert, steht im Fokus.
• Änderungen will der SMP bei der Agrarpolitik anpeilen. Diese ist für die SMP übersteuert und soll zugunsten der Tierproduktion korrigiert werden: Im Zentrum stehen die Umlagerung von Ökobeiträgen hin zu den Tierwohlbeiträgen und die Entwicklung der graslandbasierten- hin zu einer auf einheimischem Raufutter basierten Milch- und Fleischproduktion.
• Die Schweizer Milchproduzenten SMP wollen stetig beim Detailhandel und bei den Milchverarbeitern intervenieren , um diese an ihre Verantwortung zu erinnern und darauf hinzuwirken, dass keine unnötigen Preissenkungen auf dem Rücken der Milchproduzenten vorgenommen werden.
• Innerhalb der Branchenorganisation Milch wurden die Beschlüsse zur Segmentierung Ende 2015 gefällt. Die SMP-Vertreter, zusammen mit den weiteren Produzentenvertretern, setzen sich für eine korrekte und konsequente Umsetzung dieser beschlossenen Segmentierungsreglemente und damit für einen möglichst hohen A-Richtpreis ein.
• Die Swissmilk-Marketing-Abteilung will weiterhin die Konsumenten für den Kauf von Schweizer Milch und Milchprodukten sensibilisieren. 2016 werden diverse Sammelpromotionen durchgeführt.

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