10.04.2019 17:00
Quelle: schweizerbauer.ch - jul
Direktvermarktung
Kleinster Hofladen ist in der Stadt
Will eine Bauernfamilie ihre Produkte direktvermarkten, geht sie damit am besten zur Kundschaft. Das dachte Bäuerin Margrit Abderhalden. Sie kam auf die Idee, Automaten mit Hofprodukten in die Stadt Zürich zu stellen. Mit der Unterstützung der Kleinbauernvereinigung konnte sie vor einem halben Jahr fünf „Alpomaten“ in Betrieb nehmen. -> Mit Video

Margrit Abderhalden und ihr Mann gingen z Alp. Mit 90 Kühen. Sie machten Käse. Was aber sollten sie mit dem Käse tun? Um ihn in konventionelle Vermarktungskanäle zu geben, hatten sie zu wenig. Zudem wollten sie nicht dem externen Preisdruck ausgesetzt sein.

Darlehen der Kleinbauern-Vereinigung

Also vermarkteten sie den Käse über den Winter direkt. Zum Beispiel an Märkten. Das war anstrengend. Gerade, weil sie ihre Familie wuchs und Abderhalden nicht so oft weg sein wollte. „Trotzdem war ich  überzeugt, dass sie mit ihren Produkten zu den Konsumentinnen und Konsumenten musste“, sagte Margrit Abderhalden am Mittwoch an der Medienkonferenz in Zürich.

Sie kam also auf die Idee Automaten in der Stadt Zürich aufzustellen. „Alpomaten“. In der Zwischenzeit hatte sie und ihr Mann einen Hof in Gibswil ZH übernommen und das Projekt konkretisierte sich immer mehr. 2017 schloss sich Abderhalden mit der Kleinbauern-Vereinigung zusammen. Diese gab ihr ein Darlehen und Abderhalden kaufte fünf Automaten, die je rund 20 000 Franken kosteten. 

Produkte von 11 Bauernfamilien

Seit Herbst 2018 stehen sie an verschiedenen Standorten in der Stadt Zürich. Käse, Alpbutter und Fleischspezialitäten von Hof der Familie Abderhalden findet sich im Automaten. Zudem sind Lebensmittel anderer Produzenten enthalten. Margrit Abderhalden spannte etwa mit Christian Bruhin aus Tuggen SZ zusammen. Er verkauft ihr Waffeln und Chips aus Linthmais und sie befüllt die Automaten damit. So macht sie es mit 9 weiteren Bauernfamilien aus dem Grossraum Zürich, die ihr unter anderem Süssmost, Trockenfrüchte oder -gemüse, Süssmost, Apfelmus, Sablés, Teigwaren oder Linsen verkaufen.

Margrit Abderhalden übernimmt die ganze Logistik und das operative Geschäft. Die Kleinbauernvereinigung ist die Projektbearbeiterin und stellt personelle Ressourcen und ein externes Budget für Investitionskosten zur Verfügung. „Zudem haben wir die aufwändige Standortsuche für die Automaten übernommen“, sagt Patricia Mariani, Alpomat-Projektleiterin bei der Klenbauern-Vereinigung am Mittwoch an der Pressekonferenz in Zürich. 

Positives Fazit

Da sie in den ersten sechs Monaten, in denen die Automaten Standen den Fokus auf die Verbesserung der Logistik und der technischen Abläufe, auf Kartenzahlung etc. setzten, hat die Kleinbauern-Vereinigung noch nicht viel Werbung für die Automaten gemacht. Trotzdem lief das Projekt gut an. „Natürlich ist es nach einem halben Jahr noch zu früh für eine umfassende Bilanz, aber die bisherigen Erfahrungen stimmen uns positiv“, so Mariani. 

Ausdehnung auf andere Regionen

Die Kleinbauern-Vereinigung will „nach erfolgreichem Pilotprojekt in Zürich, frühestens 2020, das Konzept des städtischen Hofladen-Automaten auch in anderen Schweizer Regionen einführen“, wie Mariani sagte.

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